Jeden Monat bewertet die Tonspion Redaktion die wichtigsten Musik-Neuerscheinungen. Am Ende entstehen daraus unsere Alben des Jahres. Hier unsere Jury-Charts für die besten Alben im April!
Die Alben des Monats April 2026
1. Thundercat – Distracted
Der ständigen Ablenkung, der andauernden Überforderung begegnet Stephen Bruner aka Thundercat mit einer radikalen Ruhe als Antwort, einem Album-Zuhause zwischen warmherzigem Soul, coolem Hip-Hop, progressivem Fusion, verspultem Jazz und verspieltem R&B sowie dem Segeln in Yacht-Rock-Gefilde. “Distracted” ist eine musikalische Insel voller übersprießenden Sound-Ideen, auf der Ablenkung sogar heilsam sein kann – ein Meisterwerk des aktuell vielleicht besten Bassisten der Welt.
2. Arlo Parks – Ambiguous Desire
Elektronisch geprägter Dream-Pop, inspiriert von der New Yorker Clubkultur, fließt durch das dritte Album der britischen Künstlerin Arlo Parks: Zudem ist „Ambiguous Desire“ ein starkes Statement für Queerness und gegen Homophobie.
3. Jessie Ware – Superbloom
Superpop, Supereleganz und Super-Selbstbewusstsein: Auf ihrem neuen Album „Superbloom“ blüht die britische Sängerin Jessie Ware zur Dancefloor-Diva auf. Jedem Track dieses Albums scheint eine schimmernde Referenz an eine andere strahlende Diva-Ästhetik eingepflanzt zu sein, ein Konzept das dieses Album regelrecht atmet und mit Stimmgewalt, Performance und Storytelling belebt.
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4. Nine Inch Nails & Boys Noize – Nine Inch Noize
Hier kommt zusammen, was schon immer zusammengehörte: Nine Inch Nails und Boys Noize mit ihrem gemeinsamen Kollaborationsalbum „Nine Inch Noize“ – ein infernalisches Industrial-Techno-Werk für die düsteren und schweißgetränkten Clubs der Welt.
5. Christin Nichols – Christin Nichols
Sie nennt ihren Sound herrlich hoffnungsvoll „Hopecore“, wir packen noch stärkenden NDW, Power-Pop und Post-Punk dazu: Christin Nichols drittes selbstbetiteltes Album strotzt vor Selbstbewusstsein und lotet den Selbstverlust aus.
6. Angine de Poitrine – Vol. II
Das Duo Khn und Klek aus Kanada tritt in arty Polka-Dot-Kostümen sowie mit dadaistischen Masken auf und spielt komplizierten wie komplexen Math-Rock: Dennoch (oder deshalb) wurden Angine de Poitrine zum Hype und Hoffnungsträger gegen Algorithmen ausgerufen. Mit ihrem verspulten wie verspielten Krautrock-Groove wickelten sie jedenfalls Kritik und Fans ein.
7. Tomora – Come Closer
Hinter dem Projekt Tomora stecken Aurora und Tom Rowlands von den Chemical Brothers: Auf „Come Closer“ entfachen sie ein energetischen Rave-Feuerwerk voller EDM-Euphorie und Nineties-Nostalgie.
8. Philine Sonny – Virgin Lake
Das Debüt-Album der Bochumer Künstlerin bezaubert mit intimen wie introspektiven Melodien zwischen Indie-Folk und Singer-Songwriter-Seligkeit: „Virgin Lake“ erzählt dabei unaufgeregt vom Coming-Of-Age und Selbstfindung.
9. Foo Fighters – Your Favorite Toy
Mit „Your Favorite Toy“ veröffentlichen die Foo Fighters ihr zwölftes Studioalbum, das unter der Überschrift „Routine in schwierigen Zeiten“ firmieren kann. Musikalisch setzt das Album auf viele der vertrauten Elemente, die den Sound der Gruppe geprägt haben. Inhaltlich jedoch rückt es näher an Dave Grohl heran als viele Veröffentlichungen zuvor.
10. Bosse – Stabile Poesie
Das zehnte Album von Bosse trieft über vor Gefühlskitsch und Disney-artigem Sound: Der Deutsch-Pop-Poet versucht auf „Stabile Poesie“ dabei Wärme und Widerstand zu vereinen. Persönliches wie Schwesterherz trifft dabei auf irgendwie seltsame Weise auf Protest wie in “Lass Dich nicht ficken”.
Einzelwertungen der Tonspion Jury
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| April | AC | UR | KK | CP | CB | SC | TS | FS | CM | DM | ⌀ Punkte | |
| Thundercat | 4,5 | 4 | 5 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4,5 | 5 | 4 | 4,3 | |
| Arlo Parks | 3,5 | 3,5 | 3,5 | 3,5 | 4 | 3,5 | 4 | 4 | 4 | 3,5 | 3,7 | |
| Jessie Ware | 3,5 | 3,5 | 4 | 3,5 | 4 | 3 | 4 | 4 | 3,5 | 3,666666667 | ||
| Nine Inch Nails & Boys Noize | 3,5 | 4,5 | 3,5 | 4 | 3 | 4 | 3 | 4,5 | 3 | 3 | 3,6 | |
| Christin Nichols | 4 | 4 | 4 | 4 | 3 | 3,5 | 3,5 | 2,5 | 4 | 3 | 3,55 | |
| Angine de Poitrine | 3 | 3,5 | 3 | 4,5 | 3 | 3,5 | 3,5 | 2 | 3,5 | 4,5 | 3,4 | |
| Tomora | 3,5 | 4 | 3 | 3 | 4 | 3,5 | 3,5 | 3 | 3 | 3,388888889 | ||
| Philine Sonny | 3 | 3 | 3 | 3,5 | 3,5 | 3 | 3 | 4 | 4 | 3,5 | 3,35 | |
| Foo Fighters | 2 | 2 | 2 | 2,5 | 2,5 | 3 | 2 | 4 | 2 | 2 | 2,4 | |
| Bosse | 1,5 | 3 | 1,5 | 1,5 | 2 | 3 | 2,5 | 2 | 2 | 2,111111111 |
Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).
Die Alben des Monats März 2026
Unsere Jury besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Tonspion Redaktion sowie freien Musikjournalisten. Hier die zehn Alben, die unserer Fachjury diesen Monat am besten gefallen haben.
1. The Notwist – News From Planet Zombie
Mit Pauken und Trompeten verjagen The Notwist die absurden„News From Planet Zombie“ aka unsere aktuelle Welt und klingen dabei auf ihrem neuen Album mit zart-gewebtem Chamberpop und dicht-gesponnenem Indiepop schon fast optimistisch.
2. Kim Gordon – Play Me
Noise-Heroine und Sonic-Youth-Ikone Kim Gordon veröffentlicht mit “Play Me” ihr mittlerweile drittes Solo-Album, das musikalisch lärmig, krautig und melodisch groovend mit Trip-Hop-Anleihen daherkommt. Inhaltlich befassen sich die neuen Songs mit toxischer Männlichkeit, KI-Hysterie und Social-Media-Schwachsinn – Spielt Gordon und scrollt nicht weiter.
3. Grace Ives – Girlfriend
Glitch, Strings, Synths und EDM-Splitter sind die Zutaten des catchy Indie-Pop der New Yorker Künstlerin Grace Ives, die mit ihrem Album „Girlfriend“ den Sprung vom Bedroom-Pop zum Breitformat wagt und der ihr vorzüglich gelingt.
4. Art School Girlfriend – Lean In
Hinter dem Künstlernamen der Kunstschule-Freundin steckt die walisische Musikerin und Produzentin Polly Mackey, die auf „Lean In“ filigranen feingewebter Electro-Dreampop aus einer anderen Welt – genau für diese Welt auf uns herniedertröpfeln lässt. Ihre Musik schwebt dabei irgendwo zwischen Sade, Massive Attack und The XX.
5. Robyn – Sexistential
Spaß, Sex, Selbstbestimmung: Robyns neuntes Album sprüht vor Lebensfreude und Lust am Sexistentialismus: Ihre Philosophie, mit pulsierendem Dance-Pop und euphorischem Electro unterfüttert, befreit und beflügelt.
6. Harry Styles – Kiss All The Time. Disco, Occasionally
Das mit Spannung erwartete neue Album von Pop-Superstar Harry Styles zielt auf die Disco, aber nur manchmal. Es kokettiert mit Experimenten, aber nur manchmal. Und so ist das Album auch nur manchmal spannend – die Tracks sind zwischen safety Fan-Pleaser und überraschend verspielt angelegt, so dass sich kein großes Ganzes entfalten kann.
7. Raye – This Music May Contain Hope
Vorsicht, diese Musik könnte Spuren von Hoffnung in sich tragen! Was sie aber auf jeden Fall in sich trägt sind große Melodien zwischen Musical und Neo-Soul, die wie eine große Oper angelegt sind: Orchestral und organisch trotz aller disparater Genres, die hier in einem großartigen Album zusammenfließen.
8. Ladytron – Paradises
Willkommen im Disco-Eden: Das Paradies liegt in Liverpool – genauer gesagt in den balearischen Synth-Pop-Hymnen von Ladytron, die auf ihrem neuen Album einen leuchtenden Hit an den anderen reihen. Dazu ist das Album Britishness pur, erinnert es doch an Ikonen des Sophihsticated Pop wie Saint Etienne, Synthpop-Klassiker wie New Order oder die Dancepop-Dreampopper Dubstar
9. Fcukers – Ö
Öha – dieses New Yorker Duo schreibt einfach mal die Regeln des Indie-Dance neu: Infektiöse, pochende und minimalistische Tracks, die zwischen House, Club, Rave und Minimal pulsieren. Und dabei sind Fcukers auf ihrem Debüt-Album einfach nur atemberaubend cool und catchy.
10. Morrissey – Make-Up Is A Lie
Der Ex-The-Smiths-Held und die heutige Reizfigur Morrissey hat eine neue Plattenfirma gefunden und veröffentlicht mit „Make-Up Is A Lie“ tatsächlich ein in Teilen sehr gutes Album. Inwieweit jetzt wieder die Diskussion Trennung von Künstler und Kunst die neuen Songs überlagert, soll jeder für sich entscheiden. Die singende Stimme von Morrissey ist jedenfalls hier immer noch wunderbar, die sprechende ja weniger und er ist und bleibt der personifizierte Widerspruch. So gibt es neben großartigen Songs wie „The Monsters Of Pig Alley” auch unerträgliche wie das verschwörungstheoretisch raunende „Notre-Dame“. Vielleicht ist dieses Album aber auch einfach das beste Beispiel für eine zu lernende Ambiguitätstoleranz – der Fähigkeit, verschiedene Meinungen und Widersprüche auszuhalten.
Einzelwertungen der Tonspion Jury
| März 2026 | AC | UR | KK | CP | CB | SC | TS | FS | CM | DM | ⌀ Punkte |
| The Notwist | 4,5 | 4,5 | 4 | 4 | 4 | 4,5 | 4 | 4 | 4,5 | 3,5 | 4,15 |
| Kim Gordon | 4 | 4 | 4 | 3,5 | 4 | 3 | 4 | 4,5 | 5 | 4 | 4 |
| Grace Ives | 4 | 4 | 3,5 | 4 | 4 | 3,5 | 4 | 4 | 4 | 3,888888889 | |
| Art School Girlfriend | 4 | 3 | 4,5 | 4 | 4 | 3,5 | 3 | 4,5 | 3,5 | 3,777777778 | |
| Robyn | 3 | 3,5 | 4 | 3,5 | 3 | 3,5 | 4 | 5 | 4 | 3,722222222 | |
| Raye | 3,5 | 4 | 4 | 4 | 3,5 | 3,5 | 3,5 | 4 | 3,5 | 3,722222222 | |
| Ladytron | 3,5 | 4 | 4 | 3 | 3,5 | 3,5 | 3 | 4 | 3 | 3,5 | |
| Fcukers | 3 | 4 | 4 | 4 | 2,5 | 3 | 3 | 3,5 | 4,5 | 3,5 | 3,5 |
| Harry Styles | 3 | 2 | 3 | 3 | 2,5 | 3 | 2 | 4 | 2,5 | 2,777777778 | |
| Morrissey | 3 | 3 | 3,5 | 1,5 | 2,5 | 2 | 2,5 | 1 | 2 | 2,5 | 2,35 |
Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).
Die Alben des Monats Februar 2026
Unsere Jury besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Tonspion Redaktion sowie freien Musikjournalisten. Hier die zehn Alben, die unserer Fachjury diesen Monat am besten gefallen haben.
1. Mitski – Nothing’s About To Happen To Me
Indie-Drama-Pop mit faszinierender Storyline: Mitski verzaubert auf ihrem neuen Album mit fein und fragmentarisch gewebten Songs irgendwo zwischen Mediation und Melancholie. Fasziniert folgt man der ausgelegten musikalischen Spur, die Mitski wie eine Zauberin zu spinnen vermag. „Nothing’s About To Happen To Me“ versetzt die Hörerinnen und Hörer tatsächlich in eine verzauberte Stimmung, mäandernd und melancholisch. Und so wird das Album tatsächlich zu einem verzauberten musikalischen Ort, in dem man sich verkriechen mag.
2. Charli XCX – Wuthering Heights (OST)
Von Brat zu Brontë: Popsuperstar Charli XCX schenkt der neuen Verfilmung von „Wuthering Heights“ einen verstörend verzaubert-schönen Soundtrack zwischen Experiment und Elegie, während der Film mit Traumpaar Margot Robbie („Barbie“) und Jacob Elordi („Saltburn“) vielen als verschenkt gilt.
3. Apparat – A Hum Of Maybe
Experimentell, eklektisch und irgendwie episch: Apparat (alias Sascha Ring) pluckert und pulsiert nach sechs Jahren Pause wieder oszillierend zwischen Artpop, Jazz-Electronica und Glitch-Techno.
4. Gorillaz – The Mountain
25 Jahre nach ihrem Debüt sind Gorillaz längst mehr als ein cleveres Nebenprojekt aus der Britpop-Ära. Das neue Album “The Mountain” enthält einige neue Aufnahmen von Künstlern, die leider schon von uns gegangen sind, behält aber trotzdem eine beschwingte Leichtigkeit. Ein wiederkehrendes Motiv auf dem Album lautet sinngemäß: „Living is the ending of the beginning.“ Leben erscheint hier als fortwährender Übergang. Diese Perspektive durchzieht die Texte in unterschiedlichen Formulierungen und sogar in verschiedenen Sprachen.
5. Altin Gün – Garip
Psychedelisch, ekletisch: Das sechste Album der niederländisch-türkischen Band ist eine Hommage an den anatolischen Musiker Neşet Ertaş und zugleich eine Neuerfindung von Altin Gün mit starken Melodien und vertrackten Rhythmen, die einen packen.
6. Nils Keppel – Super Sonic Youth
Der Titel ein Wink Richtung Noise-Ikone Sonic Youth, der Sound eine Erinnerung an sowohl NDW als auch an Shoegaze der Neunziger im Stile Slowdives: Nils Keppels Debüt ist eine echte Überraschung in diesem noch jungen Jahr – dringlich, roh und romantisch.
7. Joji – Piss In The Wind
Vielleicht der beste Album-Titel des Jahres? „Piss In The Wind“ des australisch-japanischen Musikers Joji ist ein atmosphärischer, intimer Lo-Fi-Trip, der oft schemen- oder skizzenartig daher kommt – Minimaler und melancholischer Sadboy-Pop.
8. Hemlocke Springs – The Apple Tree Under The Sea
In North Carolina unter den Augen ihrer strengen katholischen Eltern aufgewachsen, singt sich die Nigerianerin hier regelrecht frei und erzählt von ihrem Ausbruch: Ihr Debüt „The Apple Tree Under The Sea“ steckt voller Synthlust, Discofreude und Retroliebe zu 90ies oder Trip Hop.
9. Daphni – Butterfly
Wahrscheinlich der einzige Künstler, der sich selbst featured: Auf dem unverschämt funkigen und fröhlichen „Waiting So Long“ passiert genau das – Daphni feat. Caribou (on vocals), das Mastermind hinter beiden Projekten Dan Snaith, packt seine beiden Alter Egos in einen pulsierenden Track, der den Herz- und Flügelschlag seines vierten Albums „Butterfly“ vorgibt und schon schon Anfang 2026 das Sommeralbum des Jahres veröffentlicht: Schmetterlingsleichter Dance-Pop, der mit vielfältigem Feel-Good-Sound umherflattert.
10. Iron & Wine – Hen’s Teeth
Opulenter Indie-Folk, in dem man schwelgen kann: Iron & Wine, das Projket von Sam Beam, veröffentlicht mit „Hen’s Teeth“ eine Art Schwesteralbum zum 2024 erschienenen „Light Verse“. Mit dabei: das Bluegrass-Tris I’m With Her und Tochter Arden bei den Backing-Vocals.
Nicht in die Top Ten haben es diese zwei Schwergewichte der Musiklandschaft geschafft:
Bruno Mars – The Romantic
Zwar heißt ein Track auf dem neuen Album von Superstar Bruno Mars „Risk It All“, aber auf „The Romantic“ geht er zu sehr auf Nummer sicher – Retro-Sound, der keinem wehtut und so glattgebügelt ist, das kein Raum für versteckte Romantik bleibt.
Clueso – Deja Vu 1/2
Und auch hier hat man ein starkes Deja Vu, da mag Clueso noch so sehr jammern, das er nach etwas „Echtem“ lechzt: Er schrammt zwar immer etwas am Deutschpoeten-Klischee vorbei, aber so richtig traut er sich nicht aus der hübsch eingerichteten Schublade.
Einzelwertungen der Tonspion Jury
| Februar 2026 | AC | UR | KK | CP | CB | SC | TS | FS | CM | DM |
| Mitski | 4 | 4,5 | 4 | 4,5 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4,5 | 4 |
| Charli XCX | 4 | 4 | 4 | 4 | 3,5 | 3,5 | 4 | 4,5 | 3,5 | |
| Apparat (D) | 4,5 | 4 | 3,5 | 3,5 | 4 | 3 | 3,5 | 4 | 4 | |
| Gorillaz | 4 | 4 | 3,5 | 4 | 3,5 | 3,5 | 3,5 | 3,5 | 3,5 | 3,5 |
| Altin Gün | 4 | 3 | 3 | 4 | 4 | 3 | 3,5 | 4,5 | 3,5 | |
| Nils Keppel (D) | 4 | 2,5 | 4 | 4 | 3 | 3,5 | 3 | 4 | 4 | |
| Joji | 3,5 | 4 | 3,5 | 3,5 | 3,5 | 4 | 3 | 3,5 | 3 | |
| Hemlocke Springs | 3 | 3,5 | 3 | 4 | 3 | 3 | 3,5 | 3 | 4 | |
| Daphni | 3 | 3 | 3,5 | 3 | 3,5 | 3 | 3 | 3 | 4,5 | 3,5 |
| Iron & Wine | 3,5 | 3,5 | 3 | 3,5 | 3 | 3,5 | 3,5 | 3 | 3 | 3,5 |
| Bruno Mars | 3 | 2,5 | 2 | 2,5 | 3,5 | 3 | 2 | 4 | 2,5 | |
| Clueso (D) | 3 | 3,5 | 1,5 | 1,5 | 2 | 3 | 3 | 3 | 2 |
Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).
Die Alben des Monats Januar 2026
Unsere Jury besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Tonspion Redaktion sowie freien Musikjournalisten. Hier die zehn Alben, die unserer Fachjury diesen Monat am besten gefallen haben.
1. PVA – No More Like This
Mit seinem zweiten Album „No More Like This” zieht uns das Londoner Trio PVA in die schummrigen Club-Ecken, durchzuckt von Strobo und durchlebt mit Synthpop zwischen Minimal Electro und maximalem Post-Punk-Grummeln.
2. Dry Cleaning – Secret Love
Trotz ihres eigenwilligen Musikstils sind Dry Cleaning aus London längst kein Geheimtipp mehr: Mit Spoken Words und No-Wave-Anleihen zieht das Quartett uns in einen hypnotischen Sog aus Dreampop-Flächen und Folk-Kraut-Vibes. Als würde Laurie Anderson mit den frühen Pixies im Keller proben.
3. Sault – Chapter 1
Nostalgischer Indie-Soul, der das Spirituelle erkundet: Sault wandeln auf „Chapter 1“ zwischen Motown und Minimalismus und vermengen Funk, Blues und R&B zu einem emotionalen wie experimentalen Rausch.
4. Sleaford Mods – The Demise Of Planet X
Der Wahnsinn der Welt auf einem Album musikalisch aufgesplittert. Sleaford Mods zerlegen einmal mehr mit ihrem Slacker-Rap-Electro-Pop auf „The Demise Of Planet X“ alle Irrsinnigkeiten auf diesem Planeten.
5. Die Sterne – Wenn es Liebe ist
Man ist wieder sofort schockverliebt in diese treibenden und tanzenden Melodien, die Die Sterne so mühelos aus dem Ärmel schütteln: Auf „Wenn es Liebe ist“ leuchten die Hamburger diesmal mit verspieltem Krautrock und drängendem Post-Punk.
6. Melody’s Echo Chamber – Unclouded
Bereits im Dezember 2025 erschienen, aber einfach zu zauberhaft, um “zwischen den Jahren” in den Rankings verloren zu gehen, denn: Melody’s Echo Chamber locken uns auf ihrem Album „Unclouded“ mit der kunstvollen Mischung aus Psych-Pop und Dream-Pop in eine enigmatische und ätherische Soundwelt.
7. A$AP Rocky – Don’t Be Dumb
Acht Jahre mussten die Fans auf ein neues Album warten: Nun wirft Hip-Hop-Star A$AP Rocky mit „Don’t Be Dumb” ein genre-sprengendes Werk in den Ring, das ziemlichen Spaß macht anzuhören. Und auch zum Schauen, denn im Clip zum Ohrwurm „Punk Rocky“ sehen wir neben Bass-Wizzard Thundercat auch Komponist Danny Elfman Drums spielen und Winona Ryder als coole Nachbarin.
8. Teed – Always With Me
Und noch ein Album vom letzten Monat des letzten Jahres: Teed (fka Totally Enormous Extinct Dinosaurs) aus Los Angeles lassen uns auf „Always With Me” in einen elektronischen Traum abtauchen, der irgendwo zwischen Yacht Rock, Synthsounds und Dreampop segelt.
9. Yumi Zouma – No Love Lost To Kindness
Nuanciert schimmernder Indie-Dreampop aus Neuseeland: Yumi Zouma veröffentlichen mit “No Love Lost To Kindness” ihr fünftes Album, das ihren spezifischen durchscheinenden Sound weiter kristallisiert und konkretisiert.
10. Imarhan – Essam
Algerischer Alternative zwischen Desert Blues und Electronica: Imarhan haben auf ihrem Album „Essam“ psychedelische und groovige Tracks versammelt, die melancholisch und bluesig sind – und sehr viel Sehnsucht in sich tragen.
Nicht in die Top Ten haben es diese zwei Schwergewichte der Musiklandschaft geschafft:
Robbie Williams – Britpop
Obwohl er mit seinem neuen 16. Album einen britischen Charts-Rekord aufgestellt hat und damit sogar die Beatles überflügelt, kann „Britpop“ nicht so recht überzeugen: Die charmante, aber dann doch zu harmlose Reise in die Jugend von Robbie Williams ist eine Hommage an seine Lieblingsmusiker wie Oasis, Pulp und auch Morrissey (der dann am 06. März ein neues Album veröffentlicht).
Louis Tomlinson – How Did I Get Here?
Und noch ein ehemaliger Boy-Group-Star veröffentlicht im Januar ein neues Album: Nicht so berühmt wie sein Ex-Kollege Harry Styles (der wiederum am selben Tag wie Morrissey sein nächstes Album herausbringt), ist Louis Tomlinson ebenfalls auf „How Did I Get Here?“ ziemlich auf dem Britpop-Indie-Trip, ohne jedoch auch richtig den Mainstream zu verlassen.
Einzelwertungen der Tonspion Jury
| AC | UR | KK | CP | CB | SC | TS | FS | CM | DM | |
| PVA | 3,5 | 4 | 4 | 3,5 | 4 | 3,5 | 4 | 4,5 | 3,5 | |
| Dry Cleaning | 3,5 | 4 | 3,5 | 4 | 3,5 | 3 | 4 | 3,5 | 4,5 | 4 |
| Sault | 4 | 4 | 3,5 | 3 | 4 | 3 | 3,5 | 4,5 | 4,5 | 3,5 |
| Sleaford Mods | 4 | 3,5 | 3,5 | 3 | 4 | 3 | 4 | 4,5 | 5 | 3 |
| Die Sterne (D) | 3,5 | 4,5 | 3,5 | 3 | 3,5 | 4 | 4 | 4 | 3,5 | 3 |
| Melody’s Echo Chamber | 3,5 | 4 | 4 | 3 | 4 | 4 | 3,5 | 3 | 4 | 3 |
| A$AP Rocky | 4 | 3 | 3,5 | 3,5 | 4 | 3 | 3 | 4 | 4 | 3 |
| Teed | 3,5 | 4 | 3 | 3 | 4 | 3 | 4 | 3,5 | 3 | |
| Yumi Zouma | 3,5 | 3 | 4 | 3,5 | 3,5 | 3,5 | 3 | 3,5 | 3,5 | |
| Imarhan | 3,5 | 3 | 2,5 | 3 | 3,5 | 3,5 | 3 | 3,5 | 4 | 3,5 |
| Robbie Williams | 3 | 3 | 3 | 2,5 | 3 | 2,5 | 3 | 2 | 3 | 2,5 |
| Louis Tomlinson | 2,5 | 2 | 2,5 | 2 | 2,5 | 2,5 | 2 | 3,5 | 2 |
Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).
