Cro – Melodie (Album)

Das schwierige zweite Album ist für einen Überflieger wie Cro offenbar keine Hürde. Mit „Melodie“ macht er einfach da weiter, wo er mit „Raop“ aufgehört hat und mischt Rap und Pop, ohne sich von jemandem reinreden zu lassen. Eine gute Entscheidung.

Der Erfolg von Cro hat die deutsche Hip-Hop-Landschaft verändert und vielen neuen Acts die Tür geöffnet. Sein Label Chimperator kann selbst die Regeln bestimmen, nach denen gespielt wird. Deshalb gab es vor dem offiziellen Albumrelease kaum hörbares Material aus dem neuen Cro Album „Melodie“. Die Single „Traum“ brach trotzdem Rekorde und wurde zwei Wochen früher als geplant veröffentlicht.


Entsprechend drehen sich die Texte auf dem neuen Album hauptsächlich um seinen Erfolg und wie man damit fertig wird. Natürlich gibt es viele Neider, die Cro seinen Erfolg nicht gönnen. Darauf reagiert Cro mit den Mitteln des Rap, vor allem Tracks wie „Meine Gang“, „Never Cro Up“ oder „2006“ sind auch als Kampfansage an die Leute zu verstehen, die behaupten, dass Cro kein Rap sei.

Aber trotzdem denkt der Panda auch an seine vielen sehr jungen weiblichen Fans und hat ein paar eingängige Popnummern aufs Album gepackt, wie die Hitsingle „Traum“  oder „Hey Girl“. Insofern bleibt er seiner Richtung treu, die er mit „Raop“ und seinem „Easy“-Mixtape vorgegeben hat und zieht sein Ding konsequent durch. 

Cro – Traum (Stream)

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„Melodie“ entstand weitgehend zuhause im „Hotel Mama“ auf der schwäbischen Alb, wo sich Cro ein Studio eingerichtet hat und ganz zurück gezogen an seinen Beats und seinen Texten feilen kann. Dabei ist Cro kein Muttersöhnchen, aber durch den Trubel um seine Person hat er anderswo einfach gar keine Ruhe mehr, um sich mit seiner Musik zu beschäftigen. Natürlich wollen alle mit ihm Musik machen, aber er macht sein Ding am liebsten selbst und lässt sich ungern reinquatschen. 

In einem Interview sagte Cro kürzlich den schönen Satz, er habe „eine Arschbombe in die Musik gemacht“. Mit „Melodie“ steht er diesmal ganz oben auf dem 10-Meter-Brett, macht einen eleganten Vorwärtssalto ins Wasser und ist dann ganz in seinem Element.

Dass „Melodie“ wieder ein kommerzieller Erfolg wird, stand bereits vor Veröffentlichung des Albums fest und das Album bestätigt, warum Cro als netter Rapper von nebenan weiterhin den Gegenpol zu den bösen Jungs aus Berlin und den derben Hamburgern bildet. Rap und Pop eng zu führen und sich aus den üblichen Scharmützeln der Rap-Szene heraus zu halten, hat Cro schließlich zu einem der wenigen deutschen Hip-Hopper gemacht, die auch bei Rock am Ring gern gesehen sind.


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Tonspion Redaktion

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