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Miserable Monday: Playlist von Baby Of The Bunch

  • Rubrik: News

Die Playlist zum Start in die neue Woche. Heute mit Musik von Sonic Youth, Lucy Dacus und Taylor Swift.

Credit: natgass

Am 22.04. haben Baby Of The Bunch ihr Debütalbum “Pretty But It Has No Use” veröffentlicht. Darauf sind elf Songs, die mal laut und wild, mal pop-balladig, das Gefühl der Riot-Grrrl Bewegung in die Gegenwart holen. Mit markanten Synthies und ausreichend Indie-Rock Attitüde erspielt sich die Band dabei einen ganz eigenen Sound. Riot Wave – so sagen sie selbst. 

Baby Of The Bunch sind vier eigenständige, kreative Zellen, vereinigt in einem produktiven Künstlerkollektiv mit Wurzeln in Leipzig, Dresden und Berlin, verbunden seit nunmehr 6 Jahren. Und das mit gerade mal knapp 20. Ich habe die Band 2019 zum Record Release ihrer EP „I’m not the type of girl your mom would like” in Leipzigs Ilses Erika zum ersten Mal live gesehen und konnte mich von der Energie der Songs echt mitreisen lassen. Falls ihr die Band auf ihrer aktuellen Tour verpasst haben solltet, habt ihr dieses Jahr noch ein paar Gelegenheiten:

24./25.06.22 Lärz – Fusion Festival (genauer Termin folgt)
06.08.22 Plankfels – Klangtherapie Festival
19.08.22 Greiz – Alte Papierfabrik Open Air               
20.08.22 Marburg – KFZ Sommerfestival
26.08.22 Dortmund – Junkyard Open Air 

Baby Of The Bunch - Happy Here

DIE PLAYLIST

Sonic Youth – Superstar 

Ja schon klar- hier handelt es sich eigentlich um ein Cover vom gleichnamigen Song von Karen Carpenter. Jedoch fällt es schwer, Thurston Moores flüsterndem Gesang emotional zu widerstehen, wie er der nun doch nicht ganz brandneuen Superstar-shakert-mit-Groupie-und-lässt-sie/ihn-dann-fallen-wie-ne-heisse- Kartoffel-Lovestory eine völlig neue Dimension gibt. Und jetzt mal ganz ehrlich: „Don‘t you remember you told me you loved me baby?“- was für eine Zeile und dann noch gespielt von Sonic Youth- mein Teenieherz ist soeben mal wieder dahingeschmolzen. 

Wolf Alice – No Hard Feelings 

Als ich den Song zum ersten Mal gehört hab, fing ich an zu weinen und konnte einfach nicht mehr aufhören. Dieser Song lässt einen all die Wut, all die Enttäuschung und jedwede Form von Rachegedanken, welche viele Menschen in Trennungen begleiten, vergessen und hinterlässt nur die traurige Gewissheit, dass Liebe oft einfach nicht funktioniert. Und manchmal bleibt einem nichts anderes übrig als ein gebrochenes Herz und die Unfähigkeit, den Namen des anderen zu hören. 

Lucy Dacus – Night Shift 

Lucy Dacus beschäftigt sich in diesem Song mit der Wut und Enttäuschung nach dem Ende einer Beziehung: man will nicht vergeben, warum sollte man auch. Stattdessen könnte man der anderen Person am liebsten ins Gesicht schlagen, doch gleichzeitig möchte man den anderen ein letztes Mal küssen, um sich noch einmal an ebenjenes Gefühl zu erinnern. Und da er oder sie 9 to 5 arbeitet, übernimmt man die Nachtschicht um die Person nie wieder zu sehen- wenn das denn hilft…? Besonders beeindruckend finde ich das Songwriting und wie der Song am Ende aufgeht wie eine Blume-so einen Song muss man erstmal schreiben! 

The Cure – The Last Day Of Summer 

Selten schaffen es Musiker*innen, ein so abstraktes Gefühl wie das am letzten Sommertag so treffend einzufangen wie The Cure mit „The Last Day Of Summer“. Allein die Zeile „It used to be so easy, I never even tried“ jagt mir die Gänsehaut ein jedes Mal über den Rücken, wenn der Song läuft. Funfact: es gibt ein VRS-Video von einem Bandmitglied wie es weinend zu diesem Song Fahrradfahren lernt, wenn das nicht reicht, damit dieser Song in der Liste landet, dann wissen wir auch nicht! 

Prince – Nothing Compares 2 U 

Ein herzzerreißender Song über Verlust und darüber, dass man Menschen, die einem wichtig sind, nicht ersetzen kann. Es geht in traurigen Momenten oft sehr schnell sich in Nostalgie zu verlieren und daran zu denken wie alles in der Vergangenheit war und wie Dinge zerfallen. Viele wissen nicht, dass Prince diesen Song geschrieben hat und ich finde seine Version großartig. Er hat einfach eine ganz einzigartige Art Musik zu schreiben und zu machen. Wenn ich diesen Song höre, denke ich auch oft an Prince und wie sehr er der Welt fehlt.

Arcade Fire – We Don‘t Deserve Love 

Oft habe ich zu diesem Song geweint und nicht gefragt ob ich die einzige Person bin, die so viel Unglück in der Liebe hat. Und ob mein Herz dafür geschaffen wurde um gebrochen zu werden. Die ganze Soundscape in dem Song erschafft einfach eine wunderschöne und verzweifelte Umgebung. 

Taylor Swift – Tolerate It 

Dieser Song hat mich voll und ganz zum Swiftie gemacht und mich davon überzeugt, dass Taylor Swift eben nicht nur eine Pop Songwriterin ist! Der Song ist im 10/8 Takt geschrieben, die Melodien sind magisch und der Text beschriebt ein Gefühl, was ich nie hätte selber in Worte fassen können. Es geht um das Gefühl wenn man einer Person alles von sich gibt, und diese Person „toleriert“ dies nur, aber erwidert es keinesfalls. 

Mine – Mein Herz 

Kennt ihr das Gefühl, wenn man Gefühle einfach zu lange runterschluckt? Und manchmal passiert es dann bei mir, dass ich plötzlich nichts mehr fühle. Eine angsteinflößende Stille und ein Herz das vor Schmerz fast kaputt, das ist das Bild, das ich im Kopf habe, wenn ich diesen Song höre. 

Dodie – Burned Out 

Die für mich wichtigste Zeile in diesem Song ist: „words only get through if they‘re sharp“. Es geht für mich darum, dass man am Ende nicht für immer von anderen Menschen gerettet werden kann. Die Liebe der anderen Menschen wird nicht immer reichen, man muss sich selbst lieben lernen – oder auch anders gedacht: Ich kann anderen Menschen alle Liebe aus meinem Herzen geben aber am Ende müssen sie sich selbst aus dem tiefen Loch retten wollen, das kann ich nicht für sie tun. 

The Dig – I‘m Coming Home Today 

Die Frage nach dem Zuhause ist bei mir immer mit viel Schmerz verbunden. Da sind Fragen wie „Was ist überhaupt dein Zuhause?“ „Wo gehörst du hin?“ „Was 

bedeutet Familie für dich?“ in meinem Kopf. Ist es wichtiger unterwegs zu sein oder anzukommen? 

Martin Hommel

Martin ist 33, lebt in Leipzig und ist Radiomacher und Musikliebhaber. Für den Tonspion schreibt er die wöchentliche Kolumne "Miserable Monday".