Miserable Monday: Playlist von Laura Lee And The Jettes

Die Playlist für den Start in die Woche. Heute mit Musik von Pavement, Breeders und Clairo.

Laura Lee & the Jettes, by Suzanne Caroline de Carrasco

Das Debütalbum “Wasteland” von Laura Lee And The Jettes ist die Platte, auf die ich mich dieses Jahr wohl am längsten gefreut habe. Am 03.12. ist es nun endlich so weit. Und so viel sei schon mal gesagt – das Warten hat sich gelohnt!

Für Laura Lee, die man bisher als Hälfte des Indie-Duos GURR kannte, ist die Platte ein Neuanfang. Nach acht Jahren GURR war es an der Zeit, den eigenen musikalischen Ausdruck in den Mittelpunkt zu stellen. Die Songs sind ernster, weniger Indie-Pop und nicht ganz so leichtfüßig wie noch auf „She Says“. Themen wie die Ungleichbehandlung von weiblich gelesenen Menschen, sexuelle Belästigung, aber auch Gedanken über Wiedergeburt und Transformation finden einen Platz auf dem Album. 

Das alles passiert, ohne die Liebe für schrammelige Gitarren zu verlieren. Im Gegenteil. „Wasteland“ hätte auch wunderbar in den 90ern zwischen „Siamese Dream“ oder „Brighten the Corners“ seinen Platz gefunden. 

Dabei sind es für mich aber vor allem die ruhigen Songs, die „Wasteland“ zu etwas besonderem machen. Der Album-Closer „Swirl In The Haze“ zum Beispiel ist eine sich im Nebel verlierende Slowcore-Hymne zwischen Mazzy Star und den Cardigans. Über melodieverliebten Hall-Gitarren erzählt Laura Lee mit glasklaren und gleichzeitig kratzigen Vocals vom Nichtstun. Als Hörer:in wünscht man sich unwillkürlich, dass das Album danach noch nicht vorbei ist.  

Produziert wurde die Platte von Max Rieger (Die Nerven), was an sich ja schon erfolgsversprechend ist. Letztlich nützt aber der beste Produzent nichts, wenn die Songs nicht passen. Bei „Wasteland“ aber ist zusammengekommen, was zusammengehört. Und klar ist: Laura Lee ist eine der stärksten Songwriterinnen des Landes, von der wir hoffentlich noch viel hören werden. 

„Wasteland“ erscheint am 03.12. auf Dutchess Box Records. 

TOUR:

30.03.22 Köln – Bumann & Sohn
31.03.22 Stuttgart – ClubCANN
01.04.22 Darmstadt – Oettinger Villa
02.04.22 Hamburg – Molotow Skybar
03.04.22 Oldenburg – Umbaubar
05.04.22 Mainz – Schon Schön
06.04.22 Nürnberg – MUZclub
07.04.22 München – Sunny Red
08.04.22 Karlsruhe – Kohi
10.04.22 Berlin – Badehaus
11.04.22 Leipzig – Naumanns
12.04.22 Dresden – Ostpol

Laura Lee & The Jettes - Craigslist Boy

DIE MISERABLE MONDAY PLAYLIST

Heatmiser, Elliott Smith – Christian Brothers 

Ok Top 10 sad songs, fangen wir gleich mal mit dem Grandmaster an. Mein Bruder hat mir mit 15  „Figure 8“ geschenkt und seitdem habe ich immer mal wieder intensive Elliott Smith Phasen. Muss man aber in kleinen Dosen genießen finde ich.  

American Football – Never Meant 

Sad Songs ohne Emo geht leider nicht. Glaube viele Menschen assoziieren Emo immer mit diesen zur Seite gegelten Haaren, but this is the real deal. Fragt unseren Bassisten Mario, der kann darüber einen langen Vortrag halten. 

The Shirelles – Will you still love me tomorrow? 

Der Song fängt so wunderbar das Gefühl der Panik ein, dass man hat in einer Beziehung, wenn sie so gut ist, dass man auch so viel Angst hat sie zu verlieren. Wunderschön! 

Billie Eilish – Happier than ever 

Ich lieeeeebe Billie Eilish so sehr. Sie nimmt in dem Song eine so interessante Perspektive ein, sehr einzigartig, auch das Arrangement.

Nirvana – Marigold 

Für mich funktionieren die ganzen Nirvana Songs Akustisch bzw. So reduziert einfach so unglaublich gut. Das zeigt, wie gut das Songwriting ist, egal ob jetzt von Kurt Cobain oder Dave Grohl. 

The Everly Brothers – Love hurts 

I‘m a sucker für diese Harmonien. Auch wenn es ein bisschen Schlager Radio ist, ist der Song für mich großartig. Kann man bei jedem Liebeskummer rauf und runterhören. Mega kitsch. 

The Replacements – Swinging Party 

Irgendwie erinnert mich der Song immer an die ganzen Dorfparties, auf die ich als Jugendliche gegangen bin und irgendwo in der Ecke saß. Leider lief da aber immer schlechtere Musik. 

Pavement – Stop Breathin‘ 

Ich habe Pavement erst letztes Jahr so richtig für mich entdeckt. Der Text zu diesem Song ist genial und ich liebe wie es manchmal so ein bisschen schief und krumm wird. 

Clairo – Blouse 

Ein unglaubliches Album. Sehr schwer einen Song daraus auszuwählen, das ganze Album ist best of sad songs. 

Breeders – Off you 

Kim Deal ist ein mega Vorbild für mich. Ich liebe das Weirde in den Breeders-Aufnahmen, es gibt einfach kein „richtig und falsch“ bei Musik.

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Martin Hommel

Martin ist 33, lebt in Leipzig und ist Radiomacher und Musikliebhaber. Für den Tonspion schreibt er die wöchentliche Kolumne "Miserable Monday".