Miserable Monday: Playlist von THALA

Musik für den Wochenstart. Heute mit The Verve, Mazzy Star und Bon Iver

THALA, Credit: Anna Wyszomierska

„Adolescence“ heißt das Debüt-Album von THALA – aber wem sag ich das. Der absolut berechtige Hype um die in Berlin lebende Künstlerin sollte nun mittlerweile bei jedem Indie-Fan angekommen sein. Erschienen ist das Album auf dem Label Duchess Box Records von Grant Box, der nach Releases von Gurr, Laura Lee & the Jettes und Sofia Portanet einmal mehr ein gutes Händchen für neue Sterne am deutschen Indie-Himmel beweist. 

Das Album handelt von THALAs Erfahrungen des Erwachsenwerdens und rührt an ein coming-of-age-Gefühl – die einsamen Tage und Gedanken, die wir alle als Teenager durchlebt haben. „Ich habe definitiv gegen viele meiner eigenen Dämonen gekämpft, die dieses Album aber letztendlich zu dem gemacht haben, was es nun ist und wahnsinnig viel über mein Leben reflektiert. Oft mehr als Zuschauer, als ich selbst zu sein, wenn das Sinn macht. Ich habe viel über meine Persönlichkeit gelernt, ha! Es war eine Art Therapie, könnte man sagen.“

Passend melancholisch geht es auf der Platte zu: Dreampop vom Feinsten, der unweigerlich Erinnerungen an große Bands wie Beach House, My Bloody Valentine und Mazzy Star wachruft. THALAs verführerische Vocals, viel Hall auf den Gitarren und verträumte Synthie-Melodien machen die Songs zu einem echten Genuss. 

Aber nicht nur der/die Dreampop-Liebhaber:in kommt bei THALA auf seine/ ihre Kosten. Betrachtet man ihre bisherige Karriere etwas genauer, so findet man auch als part-time Kulturpessimist:in etwas sehr Versöhnliches. Denn THALA macht erst seit 2019 aktiv Musik. Sie begann mit Gigs auf der Straße und Supportslots für andere Bands und hat innerhalb von zwei Jahren nicht nur ein Label von sich und ihren Songs überzeugt, sondern auch große Festivals wie das Immergut und das Reeperbahn Festival gespielt und damit ihr Publikum vervielfacht. Diese Geschwindigkeit ist im Musikgeschäft abseits des Mainstreams eigentlich nicht vorgesehen. Im Normalfall spielt man schon mal ein paar Jahre in halb leeren Clubs bevor sich irgendjemand für einen interessiert. Umso schöner, dass es bei THALA anders lief. 

THALA - diditagain (Official Lyric Video)

DIE PLAYLIST

The Verve – Bitter Sweet Symphony

I dunno what to say.. Dieser song hat mich damals mit 14 so unglaublich berührt. Von Lyrics zu Soundscape und den einprägsamen Streichern bis zu dem epischen Video in dem Richard Ashcroft sich durch die Fußgängerzone läuft und alles und jeden um sich herum ignoriert.

„And I’m a million different million people from one day to the next..“

Counting Crows – Colorblind

Hey dieser Song berührt mich auch einfach unglaublich doll! Die Liebeszene aus „Cruel Intentions“ z. D Eiskalte Engel zwischen Ryan Phillippe und Reese Witherspoon. Wenn das nicht tiefgang hat, dann weiß ich nicht was sonst. Außerdem ist diese Band furchtbar underrated. Gibt total schöne Live Aufnahmen auf versch. Festivals von vor 13 Jahren. Da liefern die so ab!

Bon Iver – re:stacks

Dazu muss ich glaub ich nicht viel sagen. Justin Vernon hat eines der besten und traurigsten Alben der Welt geschrieben mit „For Emma, Forever ago“ trifft er bei mir mit jedem Song ganz tief ins Herz. Und re:stacks ist einfach einer meiner Favorites.

Mazzy Star – Blue Light

Ach alles von dieser Band ist großartig und Hope einfach fantastisch. Ich dachte ich nehme mal den zweit bekanntesten Song ;)

Phoebe Bridgers – Smoke Signals

Phoebe Bridgers ist – hands down – eine der authentischsten/besten Songwriterinnen unserer Zeit und hat mit diesem Song und ihrem Debüt Album Magie erschaffen. „Mic Drop“

Sufjan Stevens – Visions of Gideon

Auch hier wieder: höre ich mir viel eher ganze Alben an als nur vereinzelte Songs aber dieser hier hat mich besonders gepackt. Der Song wächst und die Emotion mit ihm hat man das Gefühl.

The Goo Goo Dolls – Iris

Klassiker der Melancholie. Fast Kitsch aber wenn dieses Gitarren Intro einsetzt bin ich schon gefangen.

Fred again.. – Me (heavy)

Hatte ich bis vor kurzem noch nie von gehört aber Social Media machts möglich. Großartig trauriger tiefgehender Song. Anhören.

The Fray – You Found Me

Aaaach „The Fray“ – ein sehr starker Begleiter meiner Jugend. Erster Liebeskummer – The Fray Full Album – an die Decke starren.

The Cinematic Orchestra, Patrick Watson- To Build A Home

The way this song builds itself up, lyrically as well as atmosphericly.. Ich hab mir damals immer vorgestellt, dass sich so verlieben anfühlt.

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Martin Hommel

Martin ist 32, lebt in Leipzig und ist Radiomacher und Musikliebhaber. Für den Tonspion schreibt er die wöchentliche Kolumne "Miserable Monday".