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“You Better Get Used To It”: Pina Palau aus der Schweiz präsentiert neues Americana-Album

Darauf finden sich wundervoll-intime Songs, die wie ein Tagebuch ihres Lebens klingen. Im März 2026 ist sie mit ihrer Band auf Tour!

Wenn Pina Palau von Transformation singt, dann klingt das nicht nach großem Drama – sondern nach gelebtem Leben. Mit ihrem dritten Album „You Better Get Used To It“ legt die Zürcher Musikerin ein Werk vor, das sich wie ein klingendes Tagebuch liest: schonungslos ehrlich, direkt und näher dran als je zuvor.

Americana-Grandezza mit Schweizer Feinsinn

Musikalisch bewegt sich die Platte zwischen folkiger Intimität und roher Indie-Rock-Direktheit. Man hört Einflüsse von Adrienne Lenker, Waxahatchee oder MJ Lenderman ebenso wie die lakonische Klarheit von Courtney Barnett oder die verletzliche Präzision eines Elliott Smith. Doch all das wird gefiltert durch eine schweizerische Sensibilität, die Pathos vermeidet und stattdessen auf Zwischentöne setzt.

Was früher vielleicht noch kryptisch verpackt war, formuliert Palau heute ohne Umwege. Keine Metaphern als Schutzschild, kein Verstecken hinter Bildern – sondern tagebuchartige Lyrics, die Geständnisse, Widersprüche und offene Fragen direkt ansprechen. Heartbreak und Verliebtheit rahmen das Album, doch im Kern geht es um etwas Größeres: das Umlernen alter Muster, das Aushalten von Unsicherheit, das langsame Ankommen bei sich selbst.

Das emotionale Zentrum bildet „You See Me“, ein stiller, beinahe schwebender Song über das seltene Gefühl, wirklich gesehen zu werden. Stücke wie „All I Want Is Her“ und „Bittersweet“ kreisen um Verlust, Nähe und Begehren, während „Outdoor Guy“ noch einmal wütende Leichtigkeit aufblitzen lässt. Am Ende steht mit „Euphoria“ eine neu gewonnene Ruhe – kein lauter Triumph, sondern ein bewusstes Innehalten.

Zwischen Schlafzimmer, Werkstatt und Berlin-Vibes

Entstanden sind die Songs zunächst im Schlafzimmer von Pina Palau, weiterentwickelt im Wohnzimmer von Simon Borer (bekannt durch Long Tall Jefferson und Löwenzahnhonig). Aufgenommen wurde mit ihren Langzeit-Kollaborateuren Mario Hänni (u. a. Sophie Hunger, Mnevis) und Vojko Huter von District Five.

Ein weiterer Teil entstand im Butterama Studio in Berlin – oberhalb einer Autowerkstatt. Zwischen industriellem Charme und nächtlichen Pizza-Fahrten zu Old-School-Hip-Hop fühlte es sich, so Palau, eher nach New York als nach Berlin an. Mit dabei war ihr Freundeskreis um Freddy Corazzini und Antonia Estelle von Meagre Martin. Den finalen Schliff übernahm Giuliano Sulzberger in Winterthur, gemastert wurde das Album von Simon Lancelot in Paris.

Hinsehen lernen

„Ich habe gemerkt, dass ich noch mehr Zeit investieren möchte, um Beziehungen zu führen, Freundschaften, Liebe, das echte Leben“, sagt Palau. Dieser Satz durchzieht das Album wie ein roter Faden. „You Better Get Used To It“ ist eine Bestandsaufnahme – und gleichzeitig ein Versprechen: sich nicht mehr wegzuducken, sondern hinzusehen. Auf andere. Und auf sich selbst.

Die Platte erschien am 27. Februar 2026 via Mouthwatering Records (u. a. Heimat von Black Sea Dahu, To Athena und Lost in Lona).

Tour im März 2026

Im März 2026 geht es mit Band auf erste EU-Tour. Live entfaltet Pina Palau ihre Songs mit Pedal-Steel-Romantik, Telecaster-Twang und glasklaren Vocals, die direkt ins Herz treffen. „Heartpop with a little grit“ – ein passendes Motto für ein Album, das das Chaos nicht ordnen will, sondern lernt, darin zu leben.

Man sollte sich daran gewöhnen.

Pina Palau Live
06.03. CH-Bern, ISC
07.03. CH-Zürich, Bogen F
16.03. Hannover, Lux
17.03. Berlin, Kulturhaus Insel
18.03. Hamburg, Nochtwache
20.03. München, Milla
21.03. AT-Wien, Club Lucia
24.03. F-Paris, Supersonic

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