Am 7. November 2016 starb Leonard Cohen im Alter von 82 Jahren. Zehn Jahre nach seinem Tod erinnert die ARTE-Dokumentation „Hallelujah: Leonard Cohen, ein Leben, ein Lied“ an die ungewöhnliche Geschichte seines berühmtesten Songs.
Leonard Cohen gehört zu den einflussreichsten Songwritern der Popgeschichte. Mit seiner sonoren Stimme, seinen poetischen Texten und Songs wie „Suzanne“, „Bird on the Wire“, „Famous Blue Raincoat“ oder „You Want It Darker“ schuf er ein Werk, das bis heute zahlreiche Musiker inspiriert.
Sein bekanntestes Lied ist allerdings eines, das viele Menschen zunächst durch andere Interpreten kennengelernt haben: „Hallelujah“. Vor allem die Versionen von John Cale und Jeff Buckley machten den Song berühmt. Dabei wäre „Hallelujah“ beinahe in der Versenkung verschwunden.
Alle Anzeigen dauerhaft ausblenden
Ein Welthit, den niemand veröffentlichen wollte
Leonard Cohen arbeitete fünf Jahre lang an „Hallelujah“ und überarbeitete den Text mehr als 150 Mal. Das Lied verbindet biblische Motive mit Liebe, Sexualität, Glauben und Zweifel. Die zahlreichen Strophen erzählen von menschlicher Verletzlichkeit und der Suche nach einem Sinn, der sich nicht eindeutig erklären lässt.
Alle Anzeigen dauerhaft ausblenden
Als Cohen den Song 1984 auf seinem Album „Various Positions“ veröffentlichen wollte, verweigerte seine Plattenfirma Columbia Records die Veröffentlichung des Albums in den USA. Der heute weltberühmte Song blieb zunächst weitgehend unbeachtet.
Erst durch andere Musiker begann seine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. John Cale nahm 1991 eine eigene Version auf, die wiederum Jeff Buckley inspirierte. Dessen Interpretation erschien 1994 auf dem Album „Grace“ und gilt heute als eine der bekanntesten und schönsten Aufnahmen des Songs. Auch sie erlangte durch eine Tragödie erst so richtige Berühmtheit: Jeff Buckley starb 1997 im Alter von 30 Jahren beim Schwimmen in einem Fluss.
Einem noch größeren Publikum wurde „Hallelujah“ durch den Animationsfilm „Shrek – Der tollkühne Held“ aus dem Jahr 2001 bekannt. Im Film ist John Cales Version zu hören, auf dem Soundtrack erschien eine Interpretation von Rufus Wainwright, die den Filmproduzenten allerdings zu zerbrechlich für eine Figur wie Shrek erschien.
Inzwischen wurde „Hallelujah“ von unzähligen Künstlern interpretiert. Der Song hat längst ein Eigenleben entwickelt, das weit über Cohens ursprüngliche Aufnahme hinausgeht.
ARTE zeigt die Geschichte von „Hallelujah“
Die Dokumentation „Hallelujah: Leonard Cohen, ein Leben, ein Lied“ der US-amerikanischen Regisseure Dayna Goldfine und Dan Geller aus dem Jahr 2021 zeichnet Cohens Leben anhand der Entstehung und Wirkung seines berühmtesten Songs nach.
Der 111 Minuten lange Film verwendet umfangreiches, teilweise bislang unveröffentlichtes Archivmaterial, Konzertmitschnitte und Interviews. Zu Wort kommen unter anderem Cohens langjährige Partnerin Dominique Issermann, sein Produzent John Lissauer und Rabbi Mordecai Finley.
Auch Cohen selbst erzählt von seinem Schaffensprozess, seinen spirituellen Fragen und den Krisen, die sein Leben begleiteten. Der Musiker beschäftigte sich intensiv mit Religion und Philosophie und lebte zeitweise als buddhistischer Mönch in einem Kloster in Kalifornien.
Die Dokumentation zeigt, wie eng diese Suche mit seiner Musik verbunden war. „Hallelujah“ steht beispielhaft für Cohens Fähigkeit, persönliche Erfahrungen und religiöse Bilder in einen Song zu verwandeln, in dem sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten wiederfinden.
Hallelujah: Leonard Cohen, ein Leben, ein Lied (Dokumentation in voller Länge)
Zehn Jahre ohne Leonard Cohen
Leonard Cohen starb am 7. November 2016 in Los Angeles, nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung seines letzten zu Lebzeiten erschienenen Albums „You Want It Darker“, das er mit seinem Sohn Adam zusammen aufgenommen hatte. Der Titelsong setzte sich erneut mit Glauben, Sterblichkeit und der eigenen Endlichkeit auseinander.
Seine Karriere hatte Cohen zunächst als Schriftsteller und Dichter begonnen. Erst mit über 30 Jahren veröffentlichte er 1967 sein Debütalbum „Songs of Leonard Cohen“. Es folgten fast fünf Jahrzehnte als Musiker, in denen er sich immer wieder neu erfand und nach einer längeren Auszeit im Kloster bis ins hohe Alter auf Tournee ging.
Gerade seine späten Konzerte ab 2008 zeigten einen Künstler, der seine Songs mit großer Hingabe präsentierte. Obwohl er in riesigen Arenen spielte, schuf er bei jedem Konzert eine intime und warme Athmosphäre. Seine letzte Tournee endete 2013, drei Jahre vor seinem Tod.
Alle Anzeigen dauerhaft ausblenden
Die ARTE-Dokumentation erinnert daran, dass sein größter Erfolg einen ungewöhnlich langen Weg zurücklegte: von einem jahrelang überarbeiteten Lied, das seine eigene Plattenfirma zunächst ablehnte, zu einem der meistinterpretierten Songs der Popgeschichte.
„Hallelujah: Leonard Cohen, ein Leben, ein Lied“ ist bis zum 5. Dezember 2026 in der ARTE-Mediathek verfügbar. Im Fernsehen läuft die Dokumentation am Samstag, 21. November 2026, um 16:15 Uhr auf ARTE.

