Drei Bands, Mitte August – ein perfekter Konzertabend. Als sich die ersten Fans vorm Einlass der Wuhlheide versammeln, hängen dunkle Wolken am Himmel. Drinnen machen alsbald Ecca Vandal einen soliden Anfang, danach übernehmen Turnstile. Die Band aus Baltimore zeigt schnell, warum sie aktuell zu den spannendsten Livebands überhaupt gehört. Bis auf die letzten Ränge wird gesprungen, getanzt sowie lauthals mitgesungen. Man kann es seitens der Deftones durchaus als mutig sehen, sich so eine Vorband mit auf den Tourtross zu holen. Wobei der Begriff „Vorband“ von dieser Performance mal eben kurz weggewischt wird. Turnstile sind an diesem Abend klar der Co-Headliner, viele hätten sich gar ein längeres Set des Ostküsten-Quintetts gewünscht. Sei’s drum: spätestens nach dem Überhit ’Birds‘ ist die komplette Wuhlheide auf Betriebstemperatur und sowas von ready für die letzte Band des Abends.


Szenenwechsel: Als Frontmann Chino Moreno und seine Band die Bühne stürmen, machen sie sofort klar, dass sich die Deftones auch nach fast 40 Jahren Bandgeschichte in ihrem ganz eigenen Kosmos bewegen. Wuchtig, verletzlich, drückend. Hier trifft Shoegaze auf Alternative Metal und über allem schwirrt diese unverwechselbare Melancholie. Schwer, schwebend, düster und zugleich unfassbar schön. Die dunklen Wolken am Himmel sind zurück. Zum Ende hin nieselt es gar leicht. Das passt. Schließlich ist hier gar nichts eitel Sonnenschein und das ist auch gut so. Die Wuhlheide bebt und Moreno rennt die Treppen in der Mitte der Bühne auf und ab, als ginge es hier und heute buchstäblich um alles.

Was die Setlist anbelangt, treffen altbekannte Songs wie „Be Quiet and Drive“, „Swerve City“, „Around the Fur“, „Change“, „My Own Summer“ und „7 Words“ auf Stücke wie „private music“ und somit auf Musik des aktuellen Albums. Dabei wirken die neuen Stücke keineswegs wie ein Pflichtprogramm. Vielmehr fügen sie sich wie selbstverständlich ins Set ein. Deftones 2026 ist somit auch der Beweis, wie man sich im Rahmen einer langen, erfolgreichen Bandhistorie durchaus weiterentwickeln kann, ohne an Authentizität einzubüßen.
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Und dann dieses Publikum. Da bilden sich Moshpits, es wird herumgesprungen, mitgesungen, mitgefilmt und getanzt. Sowohl die Generation TikTok, als auch Paare jenseits der vierzig liegen sich an allen Ecken und Enden der Wuhlheide innig in den Armen. Von der Bühne wummern Schmerz und Hoffnung durch die kühle Nachtluft. Es scheint, als müsse man sich fest umklammern, um nicht vor Liebe und Wut davongetragen zu werden.

Hier weiß eine Band, um ihre Bedeutung, Verantwortung und Größe. Keine Experimente, Deftones pur in Berlin und das schon zum zweiten Mal in diesem Jahr. Und so singt Moreno im Song „Rosemary“ auch an diesem Abend die Zeilen: „Stay with me, As we cross the empty skies, Come sail with me.“ Chapeau. Das war gut.





Setlist: TURNSTILE, 18.08.2026, Wuhlheide Berlin
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- NEVER ENOUGH
- T.L.C. (TURNSTILE LOVE CONNECTION)
- ENDLESS
- I CARE
- DUL
- DON’T PLAY
- DROP
- I DON’T WANNA BE BLIND
- SOLE
- HOLIDAY
- LOOK OUT FOR ME
Zugabe:
- MYSTERY
- BLACKOUT
- BIRDS
Setlist: DEFTONES, 18.08.2026, Wuhlheide Berlin
- BE QUIET AND DRIVE (FAR AWAY)
- SWERVE CITY
- FEITICEIRA
- MY MIND IS A MOUNTAIN
- AROUND THE FUR
- MASCARA
- TEMPEST
- LOCKED CLUB
- ROSEMARY
- ROCKET SKATES
- RISK
- SEXTAPE
- INFINITE SOURCE
- ENTOMBED
- XERCES
- KOREA
- CHANGE (IN THE HOUSE OF FLIES)
- MILK OF THE MADONNA (WITH “SOUVENIR” OUTRO)
Zugabe:
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- CHERRY WAVES
- MY OWN SUMMER (SHOVE IT)
- 7 WORDS
