10 Gründe, warum das Berghain der beste Club der Welt ist

Was ist dran am Hype um den Berliner Technoclub?

Viele verstehen nicht, was der Hype um den Berliner Technoclub Berghain eigentlich soll. Wir erklären, warum das Berghain wirklich der beste Club der Welt ist - und warum seine Türsteher nicht jeden reinlassen.

Berghain 2017
12 Uhr mittags vor dem Berghain - ausnahmsweise ohne Schlange.(Foto: Tonspion)

Das Berghain ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2004 eine Ikone im Berliner Nachtleben und weltweit berühmt und berüchtigt. Das kommt nicht von ungefähr. Bereits der Vorgänger Ostgut definierte zwischen 1998 und 2003 das Wort Techno Club völlig neu, musste dann aber der heutigen Mercedes-Benz-Arena weichen. Das erfolgreiche Konzept des Ostgut wurde im Berghain konsequent weiter entwickelt. Heute ist der Club populärer als je zuvor.

Dass der Club heute von jedem Reiseführer als Touristen-Highlight angepriesen wird, man am Wochenende inzwischen 2 bis 4 Stunden anstehen muss und die Hälfte der Leute trotzdem abgewiesen werden muss, ist nicht die Schuld des Clubs, sondern einfach nicht anders machbar. Früher kam übrigens jeder rein, der sich nicht total daneben benahm. 

Die 10 Gründe, die das Berghain zum besten Club der Welt machen:

  1. Die Musik
    Was sollte bei einem Club an erster Stelle stehen? Richtig: die Musik. Das Berghain pfeift bei seinem Booking auf große Namen und setzte von Beginn an konsequent auf einen eigenen Stamm von Resident DJs, um einen eigenen Sound zu entwickeln. Nachzuhören ist dieser Sound auf Ostgut Ton, dem hauseigenen Label. Die Residents sind auch verantwortlich für das DJ-Booking und holen jedes Wochenende die weltbesten DJs nach Berlin. Während das Berghain strikt hartem Techno vorbehalten ist, zeigt sich die Panoramabar musikalisch vielfältig und bunt. Vor allem die Closings am Montagmorgen sind legendär.
     
  2. Der Sound
    Eine riesige Industriehalle wie das Berghain ordentlich zu beschallen ist eine Herausforderung. Mit seinem mächtigen Funktion One Soundsystem hüllt das Berghain seine Besucher in Sound und ist doch an keiner Stelle des Clubs unangenehm laut. Wer den Bass mitten auf der Tanzfläche nicht tief in der Magengrube fühlt, dem ist nicht mehr zu helfen. Wer Techno verstehen will, muss das selbst erlebt haben.
     
  3. Das Gebäude
    Mit dem Abriss des Berghain Vorläufers Ostgut im Jahr 2004, an dessen Stelle jetzt die Mercedes-Benz-Arena Helene Fischer-Fans begrüßt, schienen die Tage des damals schon besten Berliner Technoclubs bereits gezählt. Doch der Umzug erwies sich nach zwei Jahren Zwangspause als großer Glücksfall. Die neue Heimat des Berghain - der Name setzt sich aus den Stadtteilen KreuzBERG und FriedrichsHAIN zusammen - in einem alten Heizkraftwerk ist inzwischen zu einer Ikone geworden. Nach wie vor wird nur etwa die Hälfte des Hauses bespielt, soeben wurde nach Berghain, Panorama Bar, Kantine und Laboratory ein fünfter Club, die Säule, eröffnet. Die große Halle beherbergt Ausstellungen und Performances und wird zu Neujahr zur riesigen Chillout-Area. Und im Biergarten Rüdersdorfer Bierhof kann man im Sommer entspannt bei Burger und Bier in der Sonne chillen, selbst wenn man sich nicht für Techno interessiert.

    ▶︎ Die 10 besten Clubs in Berlin
     

  4. Die Location
    Das Berghain steht auf einer der seltenen Industrieflächen mitten in Ost-Berlin. Fußläufig vom Ostbahnhof und doch gut versteckt vor lärmempfindlichen Anwohnern oder überfüllten Touristenmeilen ist das Berghain perfekt gelegen. 
     
  5. Das Licht
    Das Berghain legt nicht nur viel Wert auf Sound, sondern auch auf Licht. Weniger ist mehr, ist ganz klar die Devise im Berghain. Statt spektakulärerer Effekte und Laser beschränkt man sich auf schummriges pulsierendes Licht und Nebel, gerade hell genug, um seine Mittänzer neben sich sehen zu können, aber nicht zu viel Aufmerksamkeit darauf zu richten, was in den Ecken so passiert. Auch Stars wie Björk feiern deshalb gerne im Berghain, weil sie sich dort frei bewegen können und nur selten erkannt werden.
     
  6. Die Bar
    Hat man einmal die notorisch unfreundliche Tür im Berghain passiert, staunt man nicht schlecht über die Freundlichkeit und Aufmerksamkeit des Personals. Nirgendwo bekommt man schneller sein Getränk, weil auch das Barpersonal bis ins letzte Detail geschult ist. Davon könnte sich so mancher Club etwas abschneiden.
     
  7. Sex!
    Das Berghain entstand aus einer schwulen Sex- und Fetischparty. Und der Darkroom Laboratory im Erdgeschoss des Hauses ist nach wie vor das Fundament des Berghain und sorgt dafür, dass das Feiern im Berghain nicht nur laut und extatisch, sondern auch heiß wird. Inzwischen wissen auch Heteros diese "anything goes"-Athmosphäre zu würdigen und geben ihre Hemmungen einfach an der Garderobe ab. Einmal im Jahr zu Neujahr ist "das Lab" für alle geöffnet und auch Frauen können sich im Darkroom austoben.
     
  8. Konsistenz
    Seit das Berghain-Team vor 20 Jahren den Club Ostgut startete, hat es sein Konzept kaum verändert: Sex, Musik, no bullshit! Diese besondere Mischung zieht sich konsequent durch die Geschichte des Berghain. Veränderungen finden eher evolutionär und langsam statt. Das gilt zum Glück auch für die Preise. Mit der Presse spricht das Berghain nach wie vor grundsätzlich nicht, selbst wenn sich immer wieder wildeste Gerüchte um den Club ranken. Die einzige Art und Weise wie das Berghain nach außen kommuniziert, ist der Club selbst.
     
  9. Die Tür
    Es ist die verhassteste Tür der Republik und doch wäre das Berghain nichts ohne seine Türsteher. Denn sie schaffen es meistens, dass im Laden eine friedliche und feierwütige Gemeinde eine gute Zeit haben kann, ohne Angst vor Aggression, Homophobie oder auf Krawall gebürsteten Touristen. Auch das konsequente Fotoverbot im Club ist eine echte Wohltat.
     
  10. Das Publikum
    Natürlich beschweren sich Berliner gerne und häufig darüber, dass sich Touristen über "ihre" Stadt hermachen. Tatsächlich aber machen die Gäste aus aller Welt das Berghain erst interessant. Ob Techno-Kids, Anzugträger, Muskelmänner, Punks, Hippies oder ganz nackt: es gibt entgegen aller Gerüchte keinen Dresscode im Berghain. Herkunft, Geschlecht oder sexuelle Ausrichtung spielen im Berghain absolut keine Rolle, jeder wird gleich behandelt, sofern er die Tür überzeugen konnte, dass er zum Feiern und nicht nur zum Zuschauen kommt. Wo kann man das heute sonst schon behaupten?

Berghain 2017
Der rohe Charme der Industrieruine - das ehemalige Heizkraftwerk von hinten. (Foto: Tonspion)

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