TONSPION TIPP

10 Tipps: Wie man garantiert ins Berliner Berghain kommt

Und wann du dir die längste Schlange Deutschlands sparen kannst

Jedes Wochenende verharren Hunderte Touristen und Berliner manchmal stundenlang in der Schlange vor dem berühmtesten Club Deutschlands. Alle reinlassen geht längst nicht mehr. Wie man ganz sicher reinkommt, wissen nur die Türsteher. Wie du garantiert nicht ins Berghain kommst, erfährst du in unserer Top 10.

Das Berghain ist einer der berühmtesten Techno-Clubs der Welt. 2004 öffnete das Berghain am Berliner Ostbahnhof seine Pforten als Nachfolger des Ostgut, das 2003 schließen musste und für den Bau der Mercedes Benz Arena abgerissen wurde.

Der Club entwickelte sich aus einer schwulen Partyreihe und steht heute für harten Techno und ausschweifende Partys, die teilweise mehrere Tage lang gehen. Über die Jahre kamen immer mehr Techno-Fans wegen des kompromisslosen Sounds ins Berghain. Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter, Dresscode oder Herkunft spielen heute keine Rolle mehr, alle feiern zusammen und das macht auch das spezielle Flair des Berghain aus.

Berghain 2018
Neujahr 2018 12 Uhr mittags vor dem Berghain (Foto: Tonspion)

Heute besucht ein bunt gemischtes Publikum aus aller Welt den legendären Club, doch die Mehrheit schafft es gar nicht erst durch die Tür. Die Türsteher gelten als die härtesten in ganz Deutschland.

Hier unsere Top 10, wie du garantiert nicht ins Berghain kommst:

1. Du kommst mit deinem Kegelverein
Zwar wird der Club völlig zu Recht in allen Reiseführern als das Nonplusultra des Berliner Nachtlebens angepriesen, aber genau deshalb lassen die Türsteher in der Regel keine größeren Gruppen rein. Die Frage "wie viele seid ihr?" gehört zu den Standardfragen an der Tür. Tipp: Am besten geht man zu zweit oder zu dritt ins Berghain und fällt als besoffene Reisegruppe nicht schon in der Schlange unangenehm auf.

2. Du stehst eigentlich nicht auf Techno
Du willst einfach mal schauen, stehst aber gar nicht auf Techno? Dann hälst du es drin sowieso keine 10 Minuten aus. Das Berghain ist kein Zoo, auch wenn es manch posierliches Tierchen dort zu bestaunen gibt. Aber zum Glück hat das Berliner Nachtleben für Jeden was zu bieten. Hier findest du eine Übersicht über die besten Clubs in Berlin.

3. Du hast ja nichts gegen Schwule, aber...
... hast ein Problem damit, wenn dich mal einer anbaggert? Das Berghain ist aus einem schwulen Sexclub entstanden, auch wenn inzwischen alle mitfeiern, ganz egal welche sexuelle Ausrichtung oder Nationalität. Also komm klar damit, wenn du mal zur Minderheit (=hetero, Berliner) gehören solltest. 

4. Du bist prominent
Britney Spears machte bereits Bekanntschaft mit den Türstehern des Berghains, die sich herzlich wenig aus Promis machen. Angeblich wurde sogar Techno-Star Ritchie Hawtin mal abgewiesen, während sich Björk nach ihrem letzten Konzert in Berlin kaum bemerkt als ganz normaler Gast unter die Menge auf der Tanzfläche mischte. Das Berghain ist ein Underground- und kein Schickimicki-Club, daran hat auch der mediale Hype der letzten Jahre zum Glück nichts geändert. 

Berghain von hinten (Foto: Tonspion.de)
Das Berghain in Berlin (Foto: Tonspion.de)

5. Du bist Fotograf
Zugegeben, das Berliner Berghain ist ein sehr fotogener Ort. Insbesondere die Toiletten und die Darkrooms. Wolfgang Tillmans wurde mit seinen Fotos davon weltberühmt. Für alle anderen ist Fotografieren im Berghain allerdings ein absolutes No-Go und führt zum Rausschmiss. Smartphone Kameras werden an der Tür abgeklebt. Und das aus gutem Grund: What happens in Berghain, stays in Berghain.

6. Du kaufst deine Klamotten bei Kik
Berlin ist sicher nicht das Zentrum der Modewelt und es gibt auch keinen Grund sich fürs Berghain besonders aufzubrezeln. Es gibt keinen bestimmten Dresscode im Berghain, ganz im Gegenteil: anything goes. Je verrückter desto besser. Im Berghain tanzen Anzugträger neben Männern in Leder oder Nackten. Grundsätzlich gilt: je weniger, desto besser, drin ist es sowieso viel zu heiß. 

7. Du bist schon drei Tage wach
Natürlich sind Technoclubs kein Ort von Traurigkeit und auch Alkohol und Drogen spielen eine gewisse Rolle. Aber wenn du schon völlig breit an den Türstehern vorbei willst, wird die Tür verdammt eng.

8. Du hast ein Rhetorikseminar besucht
Die Türsteher wollen dich heute nicht reinlassen und du möchtest das jetzt bitte ausdiskutieren. Viel Erfolg! 

9. Du kommst, dich zu beschweren
Da wartest du zwei Stunden im Regen in einer Schlange vor einem Club, die Stimmung ist am Boden und du hattest eh einen beschissenen Tag. Mit deinem Gesichtsausdruck signalisierst du der Tür sofort, dass du heute total Bock auf Party hast. 

10. Du weißt ganz genau, wie man reinkommt

Niemand weiß letztlich genau, wer im Berghain rein kommt und wer nicht. Chef-Türsteher Sven Marquardt verriet in einem Interview mit Arte Tracks das Geheimnis seiner Selektion.

Wer trotz der langen Schlange ins Berghain will, sollte also immer einen Plan B haben, um sich sein Wochenende nicht von notorisch schlecht gelaunten Türstehern versauen zu lassen: in Berlin gibt es noch viele andere Clubs in, in die du problemlos rein kommst. 

Tipp: Wie man doch noch ins Berghain kommt

  • Wer zu möglichst ungewöhnlichen Zeiten, zum Beispiel am Sonntag Vormittag oder späten Abend kommt, kommt zwar auch nicht einfach so an den Türstehern vorbei, kann sich aber zumindest meistens die lange Warterei sparen.
  • Im Sommer und zu Urlaubszeiten oder Feiertagen ist die Schlange zudem deutlich länger als im Winter und als an normalen Wochenenden.
  • Freitags hat nur die kleinere Panoramabar (oder die Säule) geöffnet, wo hauptsächlich House gespielt wird. Freitags ist der Andrang überschaubarer. 
  • Nach unserer Beobachtung scheinen mehr Leute kurz nach Öffnung abgewiesen zu werden, wohl weil vor allem uninformierte Touristen, die das Berghain in ihrem Reiseführer gefunden haben, gerne schon pünktlich zur Öffnung des Clubs antanzen. Berliner Clubber gehen grundsätzlich nicht vor 2 Uhr morgens aus.
  • Auch das Personal an der Tür wechselt. Wenn du in der Nacht abgewiesen wurdest, heißt das nicht, dass du am nächsten Tag nicht rein kommst. Versuch's also einfach nochmal und nimm's nicht persönlich. Es passiert den Besten.
  • Wer sich was traut und statt in einheitlichem Schwarz in mutigen Klamotten aufkreuzt und mit seinem Styling ein Statement setzt, wird oftmals von den Türstehern direkt durchgewunken. Das können Fetisch-Outfits sein oder auch Männer, die Lippenstift und Rock tragen und sich so von der Masse abheben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, du musst dich nur trauen.
  • Wer nicht auf Techno steht, sich aber die beeindruckenden Räumlichkeiten ansehen will, kann unter der Woche auch eines der vielen sehr empfehlenswerten Konzerte besuchen, die im Berghain stattfinden. Vorteil: Tickets dafür können ganz normal im Vorverkauf erworben werden und eine Auslese an der Tür gibt es dann auch nicht.
    Sämtliche Konzert-Termine findet ihr auf der Homepage des Berghain.

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