Berghain Berlin: Wie man garantiert in den berühmtesten Club der Welt kommt (mit Video!)

Das Berghain öffnet nach der Corona-Pause wieder seine Türen für Geimpfte und Genesene. In einem lustigen Video erklärt die Freundin des Hauses, Comedy-Ikone Adessa Zabel, die neuen Regeln.

Das Berghain ist einer der berühmtesten Techno-Clubs der Welt. 2004 öffnete das Berghain am Berliner Ostbahnhof seine Pforten als Nachfolger des Ostgut, das 2003 schließen musste und für den Bau der Mercedes Benz Arena abgerissen wurde.

Der Club entwickelte sich aus einer schwulen Partyreihe und steht heute für harten Techno und ausschweifende Partys, die teilweise mehrere Tage lang gehen. Über die Jahre kamen immer mehr Techno-Fans wegen des kompromisslosen Sounds ins Berghain. Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter, Dresscode oder Herkunft spielen heute keine Rolle mehr, alle feiern zusammen und das macht auch das spezielle Flair des Berghain aus. Der Name Berghain setzt sich aus den Bezirken KreuzBERG und FriedrichsHAIN zusammen, an deren Grenzen der Club steht.

Der Berghain Garten sorgt auch in der Corona-Pause für lange Schlangen an der Tür (Foto: Tonspion)

Nach der langen Corona-Pause hat der Club seit 1. Oktober 2021 wieder geöffnet. Möglich machte es ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts, das geurteilt hat, dass man Geimpften und Genesenen das Feiern nicht mehr verbieten könne.

Corona-Ausbruch im Berghain
Am 19. Oktober 2021 wurde bekannt, dass es im Berghain bei der ersten Klubnacht vor zwei Wochen einen Corona-Ausbruch mit bisher 19 Infizierten gab. Das berichtet dpa. Die anwesenden 2500 Gäste werden nun vom Gesundheitsamt informiert, sich bei Symptomen testen zu lassen. Bei allen Gästen wurden die Impfzertifikate am Eingang kontrolliert. Zwar schützt eine Impfung laut Robert-Koch-Institut zu 90 Prozent vor einem schweren Verlauf, allerdings kann es trotzdem zur Ansteckung kommen, die zumeist asymptomatisch oder mit leichten Symptomen verläuft. Was der Ausbruch für die Öffnung der Clubs bedeutet ist bislang noch nicht klar, zumal die Inzidenzen aktuell wieder ansteigen. Es empfiehlt sich also beim Clubbesuch weiterhin eine Maske zu tragen und soweit es geht Abstand zu halten.

Quelle: Berliner Morgenpost

Die Berliner Dragqueen Adessa Zabel zeigt in einem Video, wie man ins Berghain kommt und räumt auch mit dem unsinnigen Gerücht auf, dass man schwarz tragen oder sonstige absurde Regeln befolgen müsse, um reingelassen zu werden.

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Berghain Registrierung für Geimpfte und Genesene (ab 1. Oktober 2021)


– Geöffnet für Geimpfte oder Genesene [2G]

– Nachweis von Impfung oder Genesung nur mit Corona-Warn-App oder CovPass-App bzw. digitalem COVID-Zertifikat der EU

– Lichtbildausweis mitbringen [kein Scan, keine Fotokopie]

– Kontaktnachverfolgung mit deinem persönlichen Berghain-Pass: verfügbar online, über diesen QR-Code oder vor dem Eingang

– keine Maskenpflicht; kein Vorverkauf; nur Barzahlung

Aktuell werden nur Impfzertifikate aus den Ländern Europas, USA und UK, sowie Marokko akzeptiert. Also überall, wo die in der EU zugelassenen Impfstoffe verimpft werden.

Außerdem muss das Impfzertifikat digital vorliegen, ein Stempel im Impfausweis wird nicht akzeptiert.

▶︎ The Sound of Berghain: Die besten DJs Livesets aus dem Berghain

Wie man garantiert (nicht) ins Berghain kommt

Normalerweise besucht jedes Wochenende von Freitag bis Sonntagabend ein bunt gemischtes Publikum aus aller Welt den legendären Club, doch die Mehrheit schafft es gar nicht erst durch die Tür. Die Türsteher gelten als die härtesten in ganz Deutschland. Ihr Job ist kein leichter, da jedes Wochenende viel mehr feierwütige Menschen aus aller Welt anstehen, als in den Club passen würden. Wer rein kommt und wer nicht, ist kaum mehr vorherzusagen. Viele werden aus unerfindlichen Gründen von den Türstehern abgewiesen. Aber wie du garantiert an der Tür scheiterst, sagen wir dir hier.

1. Du kommst zu deinem Jungesellenabschied

Zwar wird der Club völlig zu Recht in allen Reiseführern als das Nonplusultra des Berliner Nachtlebens angepriesen, aber genau deshalb lassen die Türsteher in der Regel keine größeren Gruppen rein. Die Frage „wie viele seid ihr?“ gehört zu den Standardfragen an der Tür. Tipp: Am besten geht man zu zweit oder zu dritt ins Berghain und fällt als besoffene Reisegruppe nicht schon in der Schlange unangenehm auf. Das Berghain ist nicht der Ballermann, sondern ein Underground-Club.

2. Du stehst eigentlich gar nicht auf Techno

Du willst einfach mal reinschauen, stehst aber gar nicht auf Techno? Dann hältst du es drin sowieso keine 10 Minuten aus! Das Berghain ist kein Zoo, auch wenn es manch posierliches Tierchen dort zu bestaunen gibt. Aber zum Glück hat das Berliner Nachtleben für Alle was zu bieten. Hier findest du eine Übersicht über die besten Clubs in Berlin. Wer sich einfach nur die beeindruckende Halle ansehen möchte, kann auch einfach in ein Konzert oder eine Ausstellung im Berghain gehen, für die man regulär Tickets kaufen und bei denen es auch keine Auslese an der Tür gibt. 

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3. Du hast ja nichts gegen Schwule, aber…

Das Berghain ist aus einem schwulen Sexclub entstanden, auch wenn inzwischen alle mitfeiern dürfen, ganz egal welche sexuelle Ausrichtung oder Nationalität. Also komm klar damit, wenn du auch mal zur Minderheit (=hetero, Berliner) gehören solltest und dich ein Mann anflirtet. Frauen genießen meistens die hohe Schwulenquote und fühlen sich im Berghain deshalb meist freier als in einem reinen Heteroladen.

4. Du bist prominent

Auch Britney Spears machte bereits unerfreuliche Bekanntschaft mit den Türstehern des Berghains, denen Promis herzlich egal sind. Angeblich wurde sogar Techno-Star Ritchie Hawtin mal abgewiesen, während sich Björk kaum bemerkt als ganz normaler Gast unter die Menge auf der Tanzfläche mischte. Das Berghain ist ein Underground- und kein Schickimicki-Club, daran hat auch der mediale Hype der letzten Jahre zum Glück nichts geändert. Wer sich an der Tür als besonders wichtig aufspielt, macht sich einfach nur lächerlich.

Das Berghain von hinten (Foto: Tonspion.de)

5. Du bist Fotograf

Zugegeben, das Berliner Berghain ist ein sehr fotogener Ort. Insbesondere die Toiletten und die Darkrooms. Der Künstler Wolfgang Tillmans wurde mit seiner Fotoserie aus dem Vorläuferclub Ostgut weltberühmt und hängt inzwischen in allen großen Museen. Für alle anderen ist Fotografieren im Berghain aber strengstens verboten und führt zum Rausschmiss. Smartphone-Kameras werden deshalb an der Tür abgeklebt. Und das aus gutem Grund: What happens in Berghain, stays in Berghain. Jeder soll sich dort frei und unbeobachtet fühlen können.

6. Du kaufst dein Outfit bei Kik

Berlin ist sicher nicht das Zentrum der Modewelt und es gibt eigentlich auch keinen Grund sich fürs Berghain besonders aufzubrezeln. Es gibt auch keinen bestimmten Dresscode im Berghain, ganz im Gegenteil: anything goes! Dass man schwarz tragen muss, ist also nur ein Gerücht, was dazu führte, dass alle Touristen heute nur noch in schwarz kommen. Gefragt ist aber vor allem eins: Persönlichkeit. Und die findet man in der Regel nicht bei H&M und hat auch nichts mit einer Farbe zu tun. Grundsätzlich gilt für Klamotten: weniger ist mehr, drin ist es sowieso viel zu heiß.

7. Du bist schon drei Tage wach

Natürlich sind Technoclubs kein Ort von Traurigkeit und auch Alkohol und Drogen spielen immer eine gewisse Rolle. Aber wenn du schon völlig breit an den Türstehern vorbei willst, wird die Tür verdammt eng.

8. Du hast ein Rhetorikseminar besucht

Die Türsteher wollen dich heute nicht reinlassen und du möchtest das jetzt bitte ausdiskutieren. Viel Erfolg! Wenn du ein „heute nicht“ zu hören bekommst, nimm es nicht persönlich und versuche es einfach nächstes Mal wieder.

9. Du kommst, dich zu beschweren

Da wartest du zwei Stunden im Regen in einer Schlange vor einem Club, die Stimmung ist am Boden und du hattest eh einen beschissenen Tag. Mit deinem Gesichtsausdruck signalisierst du der Tür sofort, dass du heute total Bock auf Party hast. 

10. Du weißt ganz genau, wie man reinkommt

Niemand weiß letztlich genau, wer im Berghain rein kommt und wer nicht. Chef-Türsteher Sven Marquardt verriet in einem Interview mit Arte Tracks das Geheimnis seiner Selektion, worüber er normalerweise nie öffentlich spricht.

Sven Marquardt: Fotograf und Berghain-Türsteher | DW Deutsch


Wer trotz der langen Schlange ins Berghain will, sollte also immer einen Plan B haben, um sich sein Wochenende nicht von notorisch schlecht gelaunten Türstehern versauen zu lassen: in Berlin gibt es noch viele andere Clubs in, in die du problemlos rein kommst. 


Tipp: Wie man doch noch ins Berghain kommt

  • Wer zu möglichst ungewöhnlichen Zeiten, zum Beispiel am frühen Sonntagmorgen oder späten Sontagabend kommt, kommt zwar auch nicht einfach so an den Türstehern vorbei, kann sich aber zumindest meistens die lange Schlange sparen.
  • Im Sommer und zu Urlaubszeiten oder Feiertagen ist die Schlange zudem deutlich länger als im Winter und als an normalen Wochenenden.
  • Freitags hat nur die wesentlich kleinere Panoramabar geöffnet, wo hauptsächlich House gespielt wird. Freitags ist der Andrang überschaubarer. 
  • Nach unserer Beobachtung scheinen mehr Leute kurz nach Öffnung abgewiesen zu werden, weil vor allem Touristen, die das Berghain in ihrem Reiseführer gefunden haben, gerne schon pünktlich zur Öffnung des Clubs antanzen. Die Tanzflächen kommen sowieso meistens erst ab 3 Uhr nachts so richtig in Fahrt. Die beste Stimmung ist aber traditionell kurz vor Schluss am Montagmorgen, wenn nur noch die ganz hartgesottenen da sind und es endlich genug Platz zum Tanzen gibt.
  • Auch das Personal an der Tür wechselt. Wenn du in der Nacht abgewiesen wurdest, heißt das nicht, dass du am nächsten Tag nicht rein kommst. Versuch’s also einfach nochmal und nimm’s einfach nicht persönlich! Jeder wurde irgendwann mal abgewiesen. Das gehört einfach inzwischen dazu bei einem der populärsten Clubs der Welt.

Die Geschichte des Berghain

Das Berghain ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2004 eine Ikone im Berliner Nachtleben und weltweit berühmt und berüchtigt. Das kommt nicht von ungefähr. Bereits der Vorgänger, das Ostgut, definierte zwischen 1998 und 2003 das Wort Techno Club völlig neu, musste dann aber der heutigen Mercedes-Benz-Arena weichen. Das erfolgreiche Konzept des Ostgut wurde im Berghain konsequent weiter entwickelt. Heute ist der Club populärer als je zuvor.

Dass der Club heute von jedem Reiseführer als Touristen-Highlight angepriesen wird, man am Wochenende inzwischen 2 bis 4 Stunden anstehen muss und die Hälfte der Leute trotzdem abgewiesen werden muss, ist nicht die Schuld des Clubs, sondern einfach nicht mehr anders machbar. Früher kam übrigens jeder rein, der sich nicht total daneben benahm. 

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Udo Raaf

Udo Raaf gründete Tonspion im Jahr 1999 als ersten MP3 Blog weltweit. Heute betreibt er die Online Marketing Agentur ContentConsultants und berät Unternehmen und Organisationen.