Die größten Gay-Hymnen aller Zeiten als Playlist

Unsere LGBTQ-Playlist zum CSD

Am 25. Juli 2020 findet der CSD in Berlin statt, allerdings anders als gewohnt. Zur Feier des Tages haben wir eine Playlist mit den größten Gay Classics von Judy Garland bis Years & Years. 

CSD Berlin 2020: Unter dem Motto „Don’t hide your Pride, Sichtbarkeit – hier und weltweit“ soll der Christopher Street Day Berlin auf verschiedenen Streaming-Plattformen wie Youtube, Facebook und Twitch sowie im Fernsehen auf Alex TV zu sehen sein. Die große Parade muss dieses Jahr aufgrund von Corona ausfallen, bzw. ohne die große Party am Brandenburger Tor auskommen.

Aktivisten kritisieren die Idee eines digitalen CSD, schließlich gehe es darum den öffentlichen Raum zu erobern und sichtbar zu werden und nicht um ein "Event".

Damit ihr den CSD trotzdem angemessen und mit nötigem Abstand feiern könnt, haben wir euch eine Playlist mit den größten Gay Classics auf Spotify zusammengestellt. Darunter natürlich auch mit einem Song der Künstlerin, die verantwortlich dafür ist, dass der CSD überhaupt entstanden ist.

Spotify Playlist: Die größten Homo-Hymnen aller Zeiten

Die Geschichte des Christopher Street Day

Als Schwulenikone Judy Garland 1969 starb, trauerten und feierten viele Schwule, Transen und Lesben in der folgenden Nacht in den einschlägigen Bars des Greenwich Village in New York.

Bei einer der damals üblichen Polizei-Razzias wehrten sich die Besucher des Stonewall Inn in der Christopher Street erstmals gegen die homophoben Attacken der Polizei und vertrieben sie gewaltsam aus dem Laden. In den folgenden fünf Tagen gab es in mehreren Bars der New Yorker Szene ähnliche Unruhen. In der Folge gründete sich die Gay Liberation Front, die sich für gleiche Rechte einsetzten. Die Proteste schwappten auch nach Europa, wo seit 1977 mit einer Parade an den Christopher Street Day erinnert wird.  

Seitdem wird in fast jeder größeren Stadt der westlichen Welt der Christopher Street Day gefeiert, eine bunte Parade, die inzwischen mehr Party als Demonstration ist. Doch das könnte sich bald wieder ändern, denn in vielen Ländern schlägt das Pendel derzeit wieder zurück und andere Lebensformen werden wieder stark eingeschränkt, so wie in Tschetschenien, wo im Jahr 2017 sogar wieder Konzentrationslager für Homosexuelle errichtet wurden. Auch in den EU-Ländern Polen und Ungarn versuchen die Regierungen mit Gesetzen gegen schwule und transsexuelle Menschen vorzugehen und sie aus der Gesellschaft zu verbannen.

Auch im Mutterland des CSD werden wieder Vorurteile geschürt und transsexuellen Menschen werden Rechte verweigert, die inzwischen selbstverständlich erschienen. Und in den meisten Ländern dieser Welt werden Homosexuelle weiterhin wie Menschen zweiter Klasse behandelt von Russland über China bis hin zur Türkei. In einigen afrikanischen und arabischen Ländern droht sogar immer noch die Todesstrafe.

Am CSD erinnern wir mit unserer Playlist daran, wie lang der Weg von den Held*innen der Christopher Street bis zu den aktuellen offen schwulen Pop-Helden von Years & Years war und feiern mit den größten Hymnen der Schwulenbewegung gegen die Unterdrückung an. Denn Musik spielte auf diesem Weg eine wichtige Rolle, wie man an Texten von Songs wie "I Will Survive", "Smalltown Boy" oder "I Am What I Am" ablesen kann.

Auch in Deutschland ist die latente Homophobie nach wie vor weit verbreitet, was man vor allem daran erkennen kann, wie lange die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare gedauert hat. Dabei reichte eigentlich ein kurzer Blick ins Grundgesetz, um die Rechtswidrigkeit dieser jahrzehntelangen Unterdrückung zu erkennen: 

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ (...) „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden."

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