Wenige Wochen vor dem Kinostart von „The Devil Wears Prada 2“ am 1. Mai haben Doechii und Lady Gaga den Titelsong „Runway“ veröffentlicht.
Der Song war bereits im finalen Trailer zur Fortsetzung des Modefilms mit Meryl Streep und Anne Hathaway zu hören und fungiert nun als offizieller musikalischer Vorbote des Films.
Inhaltlich greift „Runway“ das zentrale Motiv des Films auf: Mode als Bühne, Laufsteg als Metapher für Selbstinszenierung. „Monday through Sunday, I can turn the dancefloor into a runway“, heißt es im Refrain. Der Dancefloor wird zum Catwalk, der Song zur selbstbewussten Kampfansage.
Musikalisch treffen zwei sehr unterschiedliche, aber künstlerisch kompatible Handschriften aufeinander. Lady Gaga, die sich seit Jahren souverän zwischen Pop, Jazz, Filmmusik und elektronischen Einflüssen bewegt, bringt ihre gewaltige Stimme ein. Doechii, die sich in den vergangenen Jahren mit einer Mischung aus Rap, R’n’B und performativer Radikalität profiliert hat, setzt kantige Akzente und sorgt für rhythmische Dynamik. „Runway“ ist entsprechend kein gefälliger Soundtrack-Track, sondern ein selbstbewusst produzierter Popsong mit Club-Appeal.
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Die Single gemeinsam mit dem Team von Bruno Mars geschrieben und produziert. Mars und Gaga hatten bereits zuvor zusammengearbeitet: Für „Die With a Smile“ erhielten sie einen Grammy. Die neue Kollaboration knüpft an diese Erfolgsgeschichte an, setzt jedoch stärker auf modische Attitüde und tanzbare Energie.
Schon im Vorfeld hatten sich Gaga und Doechii gegenseitig auffallend wertschätzend geäußert. Lady Gaga sprach im vergangenen Jahr in einem Interview mit der britischen „Vogue“ von Doechiis außergewöhnlichem Songwriting-Talent. Es komme selten vor, dass jemand von Beginn an mit einer solchen künstlerischen Klarheit auftrete, die sich unmittelbar legendär anfühle, so Gaga. Sie habe sich in Doechiis Musik verliebt, besonders in deren rohe und persönliche Perspektive.
Doechii wiederum beschrieb ihre Reaktion auf dieses Lob in einem Interview mit „People“ als überwältigend. Sie habe buchstäblich laut aufgeschnappt, sagte sie, und bezeichnete sich selbst als größten Lady-Gaga-Fan der Welt. Dass eine Künstlerin, die für kompromisslose Kreativität und permanente Grenzüberschreitung stehe, ihr eine solche Anerkennung ausspreche, habe sie auf eine demütige Weise bestätigt.
Diese gegenseitige Wertschätzung ist in „Runway“ hörbar. Der Song wirkt weniger wie ein kalkuliertes Star-Feature als vielmehr wie ein Dialog zweier Künstlerinnen, die sich in ihrem Anspruch auf Eigenständigkeit begegnen. Während Gaga mit ihrer theatralen Stimmführung und pointierten Lines die Glamour-Seite verkörpert, bringt Doechii eine Gegenwartsperspektive ein, die stärker von Social-Media-Ästhetik, Rap-Cadence und ironischer Brechung geprägt ist. Gemeinsam entsteht ein Track, der Mode nicht nur als Oberfläche begreift, sondern als Symbol für Selbstbehauptung im öffentlichen Raum.
Der Film selbst setzt auf Kontinuität. „The Devil Wears Prada 2“ bringt den Originalcast wieder zusammen: Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci kehren in ihre Rollen zurück. Ergänzt wird das Ensemble durch Gastauftritte von Simone Ashley, Caleb Hearon und Donatella Versace. Lady Gaga wurde bereits im Oktober am Set in Mailand gesichtet, kurz nachdem auch Donatella Versace dort fotografiert worden war. Welche Rolle Gaga im Film übernimmt, ist bislang nicht offiziell bestätigt, ihre Präsenz unterstreicht jedoch die enge Verbindung von Popkultur und Mode, die das Franchise seit jeher auszeichnet.
Der erste Teil von „The Devil Wears Prada“ aus dem Jahr 2006 wurde nicht zuletzt wegen seiner pointierten Dialoge und seiner schonungslosen Darstellung der Modebranche zum Kultfilm. Die Fortsetzung steht nun vor der Herausforderung, eine Branche abzubilden, die sich in den vergangenen zwanzig Jahren grundlegend verändert hat.
Der Trailer lässt erahnen, dass die Fortsetzung darunter leidet, dass sich die Autoren, wie häufig bei solchen Fortsetzungen von Erfolgsfilmen, zu sehr auf dem Erfolg des ersten Teils ausruhen.
Der Reiz des Films von 2006 lag im Schlagabtausch zwischen der Mode-Päpstin Miranda Priestley (Meryl Streep) und ihrer jungen und eher modekritischen Assistentin Andreas Sachs (Anne Hathaway). Im neuen Film sind beide erfolgreiche Geschäftsfrauen und der Aufhänger für all die Spitzen gegen die Oberflächlichkeit der Modeindustrie scheinen dadurch wegzufallen.
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