Pulsierender Post-R&B: Tirzah erkundet auf „Colourgrade“ die Farbpalette der Gefühle

ACT DER WOCHE – Die Süd-Londonerin Tirzah erkundet auf ihrem zweiten Album „Colourgrade“ die Schattierungen elektronischer wie experimenteller Klänge: Minimalistisch wie The XX, kraftvoll wie Blood Orange und soulig wie Solange.

Tirzah (Presspic 2021 Domino, Foto: LW Roof)

Während ihr Debüt mit reduziertem Lo-Fi-R’n’B bezauberte, ist „Colourgrade“ selbstbewusst und subtil zugleich: Mit konzisen Klängen und intimen Beobachtungen dekonstruiert sie das Genre zu Post-R&B und Neo-Soul ohne jedoch dabei zu kühl oder distanziert zu werden – ihre beruhigende und betörende Stimme legt einen hypnotisch schlafwandlerisch sicheren Ton über alle Songs.


Tirzah - Tectonic (Official Video)

Nach ihrem Debüt wurde Tirzah zweifache Mutter, diese Erfahrung (“You got me/ I got you/ We made life/ It’s beating“) bringt sie nun zärtlich in ihre neuen Tracks ein, die zuweilen wie ein Lullaby klingen, das sich zwar umhüllend über die Zuhörer legt, aber stets die Imagination kitzelt, die überall fantastische Wesen sieht. Auf dem Cover blättert sie durch ein bunt illustriertes Kinderbuch und in ihren Songs erkundet sie die Farbpalette der Gefühle, mal verschwommen, mal pastellig und zuweilen auch schillernd, aber immer kontemplativ – wie „Sink In“ exemplarisch zeigt:

Tirzah - Sink In (Official Video)

Tirzahs alternativer R&B erinnert an FKA Twigs, The XX oder Grimes: Kristalline Klänge und somnambule Schwere mischen sich hier zu einem einlullenden Sound, dem man sich nur schwer entziehen kann. „Colourgrade“ ist musikalische Magie und tröstende Textur, wie man sie sonst vielleicht wirklich nur in einem Kindereinschlaflied findet – freilich immer die lauernden Monster unter dem Bett miteingeschlossen.


Biographie Tirzah

Als Tirzah Mastin 1988 im britischen Essex zur Welt gekommen, veröffentlicht die Musikerin 2013 ihre erste EP „I’m Not Dancing“. 2018 erscheint dann das Debüt-Album „Devotion“. Ihr Sound ist irgendwo zwischen gefühlvollem Post-R&B und basslastiger Club-Musik angesiedelt.

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Tirzah - Hive Mind (Official Video)

Diskografie Tirzah

2018: Devotion

2021: Colourgrade


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Kerstin Kratochwill

Kerstin Kratochwill ist promovierte Germanistin, arbeitet als Lektorin sowie Texterin und schreibt für Tonspion über Musik, Filme und Serien.