Streaming Revolution? SoundCloud will Künstler fair bezahlen

Gerechtere und transparentere Verteilung der Einnahmen

Bei den Streamingdiensten Spotify, Deezer oder Apple bekommen die größten Stars die meisten Einnahmen: Soundcloud will dieses Modell revolutionieren und setzt auf "Fan-Power", denn Kreative sollen vor allem abhängig von ihrer Fangemeinde entlohnt werden.

Ab 1. April 2021 wird der Streaming-Dienst ein neues Monetarisierungssystem für KünstlerInnen auf der Plattform anbieten, das auf der jeweiligen Fan-Anzahl der Acts basiert. Bekannte Bands wie Portishead zeigen sich schon mal begeistert, denn das seien "großartige Neuigkeiten für aufstrebende Musiker und Künstler, die außerhalb populärer Musikgenres arbeiten", wie sie auf Facebook schreiben.

Hope you are all well. We were pleased to hear the announcement today from our friends at Soundcloud that from April 1st...

Gepostet von Portishead am Dienstag, 2. März 2021

Bezahlt wird also künftig in erster Linie abhängig von der Anzahl der Follower: Die Umstellung ist laut Soundcloud gerechter und transparenter, denn 90 Prozent der ausgeschütteten Lizenzgebühren würden jetzt nach dem Geschmack von 90 Prozent der User verteilt – und nicht wie bislang von 40 Prozent der Nutzer. Als Beispiel nennt der Dienst einen Act mit 124.000 SoundCloud-Followern, der so seine Gebühreneinnahmen pro Monat von 120 Dollar auf 600 Dollar (also etwa 500 Euro) steigern könne.

Auf einer Sonderseite erklärt Soundcloud sein neues Modell und warum es vor allem Künstlern hilft, die nicht nur Musik für den Massenmarkt produzieren.

Die meisten anderen Streamingdienste wie Spotify, Deezer oder Apple bezahlen die MusikerInnen aus einem großen gemeinsamen Topf, in den sowohl alle Abogebühren der Nutzer als auch die gesamten Werbeeinnahmen fließen. Davon profitieren bislang meistens nur die großen Stars, die Fans können ihre Lieblinge nicht direkt unterstützen, indem sie deren Streams anhören.

▶︎ Soundcloud Rap: Wie junge Rapper ein totes Genre wiederbeleben

Der Chef von SoundCloud, Michael Weissman, sagte, Umstellung sei genau das, was viele im Musikgeschäft "seit Jahren" forderten. SoundCloud könne so nun unabhängige KünstlerInnen besser unterstützen und zudem sei eine positive Folge auch eine größere Diversität der Musik.

Folgende Versprechen gibt Soundcloud auf seiner Homepage ab:

Wir legen Wert auf gerechte Auszahlungen

Von Fans gesteuerte Lizenzgebühren geben unabhängigen Künstlern eine faire Chance.

Wir machen transparent, wie Künstler bezahlt werden.

Die Auszahlungen basieren auf der gesamten Hörzeit eines Fans. Die Fans, die Künstler in ihrem Insights-Dashboard sehen, sind die Fans, die zu Ihren Lizenzgebühren beitragen.

Wir geben Künstlern die Kontrolle

Künstler können eine tiefere Verbindung zu den Fans herstellen, die ihre Einnahmen generieren.

Wir respektieren echte Fans

Künstler werden von echten Fans bezahlt, die deine Musik streamen. Bots und Fake-Spiele zählen nicht.

Quelle: Soundcloud

SoundCloud wurde 2007 in Berlin gegründet und bietet mittlerweile mehr als 250 Millionen Stücke von rund 30 Millionen Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt an. 2019 hatte die Musik-Streaming-Plattform rund 175 Millionen Nutzerinnen und Nutzer.

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