Mit „Danceteria“ veröffentlichen Soft Cell ihr letztes Studioalbum. Gleichzeitig erscheint heute der gleichnamige Titelsong als erste Vorabsingle. Das Album wird am 25. September 2026 veröffentlicht und markiert den Abschluss einer der einflussreichsten Partnerschaften der elektronischen Popmusik.
„Danceteria“ ist das sechste Studioalbum des Duos und entstand als musikalischer Rückblick auf die gemeinsame Geschichte von Marc Almond und Dave Ball. Inspiriert vom New York der frühen Achtzigerjahre, jener Stadt, in der Soft Cell ihre ersten Alben aufnahmen und entscheidende Jahre ihrer Karriere verbrachten, zeichnet das Album eine Reise durch einen Tag und eine Nacht in Manhattan nach. Von neonbeleuchteten Clubs über die Stunden des Morgengrauens bis zurück auf die Tanzfläche verbindet das Werk große Popmelodien mit cineastischen Bildern und elektronischen Klanglandschaften.
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Marc Almond beschreibt das Album als Liebesbrief an das New York jener Zeit: Die Erfahrungen und Begegnungen dort hätten Soft Cell sowohl künstlerisch als auch persönlich geprägt. Diese Erinnerungen zu feiern, sei der passende Abschluss für das letzte gemeinsame Studioalbum gewesen.
Gleichzeitig besitzt „Danceteria“ eine tief bewegende Dimension. Das Album gehört zu den letzten Projekten, an denen Dave Ball vor seinem plötzlichen Tod am 22. Oktober 2025 arbeitete. Ball hatte die Produktion nur zwei Tage vor seinem Tod abgeschlossen. Auf Wunsch des Musikers wurde die Veröffentlichung wie geplant fortgeführt.
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„Es kann keine weiteren Soft-Cell-Aufnahmen ohne Dave geben, das wäre nicht möglich. Die traurige Wahrheit ist, dass Dave Ball die Hälfte von Soft Cell war“, sagt Almond. Dave Ball sei nicht nur Mitgründer, sondern die kreative Hälfte der Band gewesen. Neue Soft-Cell-Aufnahmen ohne ihn könne es deshalb nicht geben.

Der Titelsong „Danceteria“ gibt einen ersten Eindruck von dem Abschiedswerk. Der Song verbindet nostalgische Clubatmosphäre mit dem unverwechselbaren Synthpop-Sound des Duos und verweist zugleich auf die musikalischen Einflüsse, die Soft Cell über Jahrzehnte geprägt haben.
Mit „Danceteria“ verabschiedet sich eine Band, die die Entwicklung elektronischer Popmusik nachhaltig geprägt hat. Das Album ist Erinnerung, Würdigung und Abschied zugleich, getragen von fast fünf Jahrzehnten gemeinsamer Musikgeschichte.
Soft Cell Biografie
Soft Cell wurden 1977 im englischen Leeds von Sänger Marc Almond und Multiinstrumentalist Dave Ball gegründet. Kennengelernt hatten sich die beiden während ihres Studiums an der Leeds Polytechnic. Aus ersten experimentellen Aufnahmen entwickelte sich rasch ein Projekt, das Punk-Attitüde mit elektronischen Klängen verband und damit den Grundstein für den späteren Synthpop legte.
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Den internationalen Durchbruch schafften Soft Cell 1981 mit ihrer Version des Northern-Soul-Klassikers „Tainted Love“. Die Single entwickelte sich zu einem weltweiten Hit und gehört bis heute zu den erfolgreichsten Songs der Popgeschichte. Das dazugehörige Debütalbum „Non-Stop Erotic Cabaret“ etablierte den charakteristischen Stil des Duos: Minimalistische Synthesizer, eingängige Melodien und Marc Almonds expressive Stimme trafen auf Texte über Großstadtleben, Sehnsucht und gesellschaftliche Außenseiter.
In den folgenden Jahren veröffentlichten Soft Cell mehrere erfolgreiche Alben, darunter „The Art of Falling Apart“ (1983) und „This Last Night in Sodom“ (1984). Trotz ihres Erfolgs trennten sich die Wege von Almond und Ball Mitte der Achtzigerjahre zunächst. Beide verfolgten eigene musikalische Projekte, blieben jedoch über die Jahrzehnte immer wieder miteinander verbunden.
Seit den frühen 2000er-Jahren kam es mehrfach zu Wiedervereinigungen, neuen Veröffentlichungen und Tourneen. Mit dem Album „Happiness Not Included“ gelang Soft Cell 2022 ein viel beachtetes Comeback. Die Band bewies dabei, dass ihr elektronischer Pop auch Jahrzehnte nach den frühen Erfolgen nichts von seiner Relevanz verloren hatte.
Der Einfluss von Soft Cell reicht weit über den Synthpop hinaus. Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Pop, New Wave, Electronic und Alternative berufen sich bis heute auf die Arbeit von Marc Almond und Dave Ball. Besonders die Verbindung aus Clubkultur, elektronischer Innovation und emotionaler Direktheit machte das Duo zu einem wichtigen Bezugspunkt für nachfolgende Generationen.
Mit dem Tod von Dave Ball endet nun das Kapitel Soft Cell mit einem letzten gemeinsamen Album, als Vermächtnis einer Band, die die elektronische Popmusik über Jahrzehnte entscheidend mitgestaltet hat.
