Die besten Songs von Udo Lindenberg von 1970 bis heute

Keine Panik! Die wichtigsten Stationen von Udo Lindenberg

Anfang der 70er startete Udo Lindenberg als Solokünstler durch und hat mit 35 Studio-Alben und knapp 80 Singles bis heute insgesamt über 4 Millionen Tonträger verkauft.  Am 17. Mai 2018 feiert das Original seinen 72. Geburtstag und wir zeigen euch die wichtigsten Stationen seiner Karriere.
 

Udo Gerhard Lindenberg, Musiker, Autor, Maler, geboren 1946 in Gronau im Münsterland. Erste Erfolge Ende der 60er zusammen mit der Big Band-Legende Peter Herbolzheimer in der Band „Free Orbit“ und als Drummer bei Soundtrack-König Klaus Doldinger, bevor er eine einzigartige Karriere startete.

1. What Colour Has The Soul (mit Free Orbit, 1970)
Lindenbergs erstes Album, leider das einzige seiner Band Free Orbit. Wir hören Udo hier sowohl am Mikrofon als auch an den Drums. Dieses absolut hörenswerte Schätzchen wurde übrigens vor einigen Jahren neu aufgelegt und ist seitdem wieder im Handel erhältlich. Lohnt sich!

2. Paradise Now (1971)
Vom ersten Solo-Album „Lindenberg“, damals noch komplett in englischer Sprache.

3. Hoch im Norden (1972)
Wohl die Entstehung vom Mythos des gebürtigen Westfalen Lindenberg als Urgestein der Reeperbahn. Dieser Mitschnitt stammt aus dem legendären Hamburger Jazzclub „Onkel Pös Carnegie Hall“.

4. Andrea Doria (1973)
Der erste richtige Videoclip und Lindenbergs endgültiger Durchbruch.

5. Ali (1981)
„Ali ist ein Türkenjunge aus Hamburg, hier geboren, doch wo gehört er eigentlich hin? Dauernd gibt man ihm so'n Gefühl, als müßte er sagen: Entschuldigen Sie, daß ich geboren bin.“

Ein schönes Beispiel für Lindenbergs frühes und anhaltendes Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland - und ein trauriger Beweis dafür, wie wenig sich in den 35 Jahren danach geändert hat.

 

6. Sonderzug nach Pankow (1983)
Klingt ebenso unbeschwert wie viele andere NDW-Schlager auch und handelt vordergründig von einem fiktiven Dialog mit dem DDR-Generalsekretär Erich Honecker, greift aber viel tiefer: der politisch engagierte Lindenberg bemüht sich zu dieser Zeit mit den Mitteln der Musik den eisernen Vorhang zu durchbrechen.

Nach zähen Verhandlungen willigt die SED-Führung ein und Udo tritt tatsächlich am 25.10.1983 im Palast der Republik auf. Die geplante Tour durch Ostdeutschland wird leider abgesagt, dennoch wird die Single Udos bis dato kommerziell erfolgreichste - und das Bundesverdienstkreuz für die Bemühungen um die Verständigung zwischen Ost und West gibt es obendrein. Wie viel diese Provokation tatsächlich dazu beigetragen hat, die DDR-Bevölkerung zu ihrer friedlichen Revolution zu ermuntern, wird man nie feststellen können. 

Mangels Bildmaterial aus Erichs Lampenladen seht ihr hier den kurz danach absolvierten Auftritt aus der Berliner Waldbühne im Westen der Stadt.

7. Sie brauchen keinen Führer (1984)

Wer hätte gedacht, dass Udo Lindenberg 2017 sein Lied gegen Neonazis immer noch singen muss. Statt "Nazischweine" singt er inzwischen "rechte Hetzer" und meint damit ganz direkt die Gegener seiner "bunten Republik Deutschland" von AfD bis Pegida.

8. Ich lieb dich überhaupt nicht mehr (1986)

Neben "Junimond" von Rio Reiser eines der schönsten Liebeslieder deutscher Sprache, weil Udo Lindenberg dieses Gefühl des gleichzeitig verletzt, wütend und traurig seins so genau trifft, dass es einem Gänsehaut macht. Jeder kennt genau diese Stimmung und deshalb ist dieser Song auch einer der emotionalen Highlights jeder Lindenberg-Show.

9. Horizont (1986)

Aus demselben Jahr stammt einer der größten Hits von Udo Lindenberg und "Phönix" steht stellvertretend für die zahlreichen Comebacks des Altmeisters: Hinterm Horizont geht's weiter... immer weiter.

10. Bunte Republik Deutschland (1989)
Der Mauerfall steht unmittelbar bevor als das Album im Oktober ’89 erscheint. In hellseherischer Ahnung besingt Lindenberg hier schonmal eine mögliche neue Bedeutung der Abkürzung BRD.

11. Jetzt bist du weg (mit Nena, 2002)
Eine Ikone kommt selten allein. Nena hat bereits gut 20 Jahre Karriere auf dem Tacho als sie sich nochmal neu erfindet: sie covert sich selbst, lädt Freunde und Wegbegleiter ein und geht mit großer Entourage auf Jubiläumstour.

Da darf einer natürlich nicht fehlen: mit dem Geständnis „Ja, wir waren ein Paar“ haben Nena und Udo schließlich gerade erst der gesamten Nation die Kinnladen runterklappen lassen. Es bot sich also an, Nenas aus-und-vorbei-Ballade von 1986 frische Realität einzuhauchen.

Das Album „Nena feat. Nena“ verkauft sich weltweit über 1,5 Millionen mal und erschließt auch für Udo neue Fans.

12. Stark wie zwei (2008)
Udo verarbeitet hier den Tod seines Bruders, des Malers Erich Lindenberg, der zwei Jahre zuvor verstarb. Das dazugehörige Album steigt erstmals in Lindenbergs langer Karriere sofort auf Platz 1 der deutschen Charts ein und läutet dank 3-facher Platin-Auszeichnung seinen zweiten Frühling ein. Oder war es schon der dritte?

13. Cello (mit Clueso, 2011)
Keiner hätte es geglaubt, er selbst nach eigener Aussage am wenigsten, aber der Erfolg ließ sich noch steigern. Deutlich sogar: Im Herbst erscheint „MTV unplugged“, aufgenommen in Udos Wohnzimmer, dem Hamburger Hotel Atlantic. Das Album steigt erneut sofort auf Platz 1 ein, verkauft sich über 1 Million mal und erhält 11-faches Gold.

Es wird Lindenbergs größter Triumph und enthält mit „Cello“ auch seine erfolgreichste zugleich wohl schönste Single: Seite an Seite mit Clueso klettert Udo bis auf Platz 4 der deutschen Charts.

14. Ich mach mein Ding (2012)
Noch eine Nummer größer? Kein Problem: die komplett ausverkaufte „Ich mach mein Ding“-Tour zählt zu den spektakulärsten Shows eines deutschen Künstlers überhaupt. Udo hat nicht nur einen Zeppelin an Bord sondern auch zahlreiche Kollegen von Jan Delay über Clueso bis Helge Schneider und, natürlich, sein komplettes Panik-Orchester.

Höhepunkt war das große Finale in Köln: an drei Abenden hintereinander spielt Udo in der der größten Halle Deutschlands vor ausverkauftem Haus. Was kann danach noch kommen?

15. Durch die schweren Zeiten (2016)
„Stärker als die Zeit“ ist sein 36. Studio-Album. Im Mai wird er 70 Jahre alt, drei Tage danach startet er seine diesjährige Tour durch die Stadien und Arenen der Republik. Alte wie neue Fans werden wieder in Scharen zu ihm pilgern, nie war Lindenberg erfolgreicher als heute.

„Es ist nie zu spät, um nochmal durchzustarten“ singt er im aktuellen Clip "Durch die schweren Zeiten", einem seiner stärksten Songs seit langer Zeit. Wer könnte das glaubhafter versichern als  Udo, der als einer der ganz wenigen Männer im Geschäft wohl keinen Nachnamen mehr braucht. Wie Madonna oder Cher. Wir ziehen den Hut!

Udo Lindenberg MTV Unplugged 2

Udo Lindenberg

Keine Panik, Udo bleibt. Der Rockmusiker, Schriftsteller und Kunstmaler Udo Lindenberg hat mittlerweile fast fünfzig Jahre Bühnenerfahrung auf dem Buckel und denkt nicht daran, in Rente zu gehen. 

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