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Nirvana: Biografie, Alben und Songs

Nirvana (Foto: Universal Music)

Vor 35 Jahren erschien „Nevermind“ und beförderte Nirvana auf Anhieb in den Olymp der Rockgeschichte. Wir blicken zurück auf eine Karriere, die im Jahr 1987 in der Nähe von Seattle begann.

Mit „Nevermind“ wurde Rockmusik Anfang der Neunziger plötzlich noch einmal zum globalen Massenphänomen. Nirvana brachten den Sound des Undergrounds in die Charts und rückten ihn für kurze Zeit ins Zentrum der Popkultur.

„Smells Like Teen Spirit“ wurde zum Symbol dieses Umbruchs, doch die eigentliche Bedeutung des Albums reicht weiter: „Nevermind“ war eine Zäsur und zugleich einer der letzten großen Höhepunkte einer Ära, in der Gitarrenmusik den kulturellen Mainstream bestimmen konnte. Ausgerechnet ein Album, das aus Punk, Außenseitertum und der Ablehnung etablierter Rockrituale entstand, wurde damit zu einem der letzten großen Monumente des Rockzeitalters.

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Anfänge von Nirvana (1987–1989)

Nirvana wurde im Jahr 1987 von Gitarrist und Sänger Kurt Cobain und Bassist Krist Novoselic gegründet. Die beiden Musiker lernten sich bereits 1984 in der Schule und im Umfeld der Band Melvins kennen. Im Winter 1985 gründeten Cobain und der spätere Melvins-Schlagzeuger Dale Crover die Band Fecal Matter, in der Cobain den Bass übernahm. Die Band nahm zwei Demos auf und spielte einige Konzerte, darunter als Vorband der Melvins, bevor sie sich auflöste. Dies überzeugte Novoselic davon, mit Cobain eine neue Band zu gründen.

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Am 23. Januar 1988 nahm die Band ihr erstes Demo mit zehn Stücken auf. Im Frühling begannen Gespräche mit dem Seattler Label Sub Pop für die Veröffentlichung einer Single. Dave Foster wurde als Schlagzeuger engagiert.

Am 19. März 1988 trat die Band erstmals unter dem Namen Nirvana auf. Der Name wurde gewählt, um einen schönen und freundlichen Kontrast zu den üblichen Punk-Rock-Namen zu bieten, obwohl Cobain später zugab, dass er mit dem Namen nicht glücklich war.

Bleach (1989)

Am 8. August 1989 veröffentlichte Nirvana ihr Debütalbum „Bleach“ beim Indielabel Sub Pop. Vor der Veröffentlichung des Albums hatte die Band bereits eine erste US-Tournee durch kleine Clubs und Bars absolviert, die jedoch vorzeitig endete, als Dave Foster aus der Band geworfen wurde.

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„Bleach“ war geprägt von einem rohen und minimalistischen Sound, der von Jack Endino produziert wurde. Das Album enthielt viele Songs, die Cobain bereits zuvor geschrieben hatte, darunter „About a Girl“ und „School“. Die Texte waren oft düster und introspektiv, und das Album verkaufte sich eher mäßig.

Nevermind (1991)

Anfang 1990 nahmen Nirvana einige Songs in den Smart Studios mit Butch Vig auf. Die Aufnahmen sollten eigentlich nur als Demo dienen, gelangten dann aber in die Hände einiger Major-Labels..

Am 30. April 1991 unterzeichnete die Band ihren Plattenvertrag mit Geffen Records und erhielt einen Vorschuss von 287.000 Dollar. Die Single „Smells Like Teen Spirit“ wurde am 10. September 1991 veröffentlicht, gefolgt vom Album „Nevermind“ am 24. September 1991.

„Nevermind“ gilt heute als eines der bedeutendsten Alben der Rockgeschichte. Es wurde am 24. September 1991 über die Labels Geffen Records und Sub Pop veröffentlicht und verkaufte sich über 30 Millionen Mal und zählt damit zu den meistverkauften Musikalben weltweit.

„Nevermind“ markierte den Durchbruch von Nirvana und verdrängte sogar Michael Jackson vom ersten Platz der US-amerikanischen Albumcharts. In nur wenigen Wochen erreichte das Album Platinstatus für eine Million verkaufter Exemplare allein in den USA. Die Band, die zuvor vor allem in Szenekreisen bekannt war, erlangte mit diesem Album weltweite Aufmerksamkeit und wurde zu einer der einflussreichsten Bands der 1990er Jahre. Auch in Deutschland schlug „Nevermind“ und die Single „Smells Like Teen Spirit“ ein wie eine Bombe: Noch nie zuvor hatte man so einen druckvollen Sound gehört und eine Botschaft, die den Nerv einer ganzen Generation traf.

Butch Vig schaffte es, den rohen Sound der Band durch zahlreiche Overdubs in ein radiotaugliches Format zu bringen, ohne dabei die Essenz der Band zu verlieren. Insbesondere die Stimme von Cobain war nach Aussage von Vig schwer aufzunehmen, da er immer hart am Anschlag sang und maximal 3-4 Takes schaffte.

Die Rezeption von „Nevermind“ war überwältigend positiv. Das Album wurde von Kritikern gefeiert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Das Musikmagazin Rolling Stone führt es auf Platz 17 der 500 besten Alben aller Zeiten, was es zum höchstplatzierten Album der 1990er Jahre macht.

„Nevermind“ veränderte die Musiklandschaft grundlegend und läutete das Zeitalter des Grunge-Rocks ein. In Deutschland war das Album insgesamt 211 Wochen in den Album-Charts zu finden und hievte auch das zuvor erfolglose Debütalbum „Bleach“ in die Charts.

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In Utero (1993)

Im Dezember 1992 veröffentlichte die Band die Kompilation „Incesticide“, gefolgt von der Single „Heart-Shaped Box“ im August 1993. Am 13. September 1993 wurde das dritte Album „In Utero“ veröffentlicht, das sofort die Charts anführte.

„In Utero“ wurde gemeinsam mit dem renommierten Produzenten Steve Albini aufgenommen. Albini war bekannt für seine langjährige Erfahrung in der US-amerikanischen Indierock- und Punkszene sowie für seine Arbeit als Musiker bei Bands wie Rapeman und Big Black. Die Aufnahmen für das Album wurden in erstaunlich kurzer Zeit, nämlich innerhalb von nur zwei Wochen, abgeschlossen.

Das Album „In Utero“ zeigt Nirvana von einer aggressiveren und experimentelleren Seite. Songs wie „Scentless Apprentice,“ inspiriert vom Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind, oder „Milk It“ zeigten die Band in ungewohnter Rohheit und verzichteten oft auf die konventionellen Songstrukturen. Nirvana experimentierte auch mit dem üblichen Strophe-Refrain-Schema und erweiterte es gelegentlich. Wie bereits auf ihrem vorherigen Album „Nevermind“ enthielt „In Utero“ auch einen versteckten Track namens „Gallons of Rubbing Alcohol Flow Through the Strip,“ der 20 Minuten nach dem Ende von „All Apologies“ einsetzte.

Das Album „In Utero“ war eine künstlerische Weiterentwicklung für Nirvana und veranschaulichte ihre Bereitschaft, musikalische Grenzen zu überschreiten und zu ihrem roheren Sound zurückzukehren.

MTV Unplugged in New York (1993)

Im November 1993 spielte die Band schließlich das legendäre „MTV Unplugged in New York“. Kurt Cobain kämpfte während dieser Zeit mit schweren psychischen Problemen. Die Band weigerte sich, ihren größten Hit „Smells Like Teen Spirit“ zu spielen, spielte aber einige bemerkenswerte Coverversionen und drückte ihnen ihren Stempel auf.

Das Ende (1994)

Im Frühjahr sollten Nirvana auf große Europatournee gehen und brach sie aber am 1. März 1994 nach ihrem letzten Konzert in München vorzeitig ab, Cobain begab sich in den Drogenentzug in seine Heimat.

Kurt Cobain wurde am 8. April tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er hatte sich mit einer Schrotflinte getötet. Er hinterließ einen Abschiedbrief, in dem er mitteilte, dass er seit Jahren keine Leidenschaft mehr dafür empfinden konnte, was er tat, weder für Musik noch fürs Schreiben. Er schloss mit einem Zitat von Neil Young:

„I don’t have the passion anymore, and so remember, it’s better to burn out than to fade away.“

Die Band löste sich auf, und ihr musikalisches Erbe wird von Courtney Love, Dave Grohl und Krist Novoselic verwaltet.

Trotz des tragischen Endes der Band wurden Nirvana weiterhin ausgezeichnet. Sie gewannen bei den American Music Awards 1995 und den Grammy Awards 1996. Ihre Musik blieb beliebt, und es gab weitere Veröffentlichungen, darunter die Live-Compilation „From the Muddy Banks of the Wishkah“ und die Greatest-Hits-Sammlung mit dem unveröffentlichten Song „You Know You’re Right“. Die Bandmitglieder setzten ihre musikalischen Karrieren fort, unter anderem mit den Foo Fighters und anderen Projekten.