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Der Teufel trägt Prada 2: Fast Fashion für Streamingdienste

Am Donnerstag kommt „Der Teufel trägt Prada 2“ in die Kinos, 20 Jahre nach der erfolgreichen Mode-Satire von 2006. Die bleibt, wie kaum anders zu erwarten, ärgerlich.

Ab Donnerstag, 30. April 2026 läuft „Der Teufel trägt Prada 2“ in den deutschen Kinos an. Die Fortsetzung setzt genau 20 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils an, der 2006 zum Überraschungserfolg wurde und sich rasch zu einem popkulturellen Bezugspunkt entwickelte. Damals stand die junge ehrgeizige Journalistin Andy Sachs (Anne Hathaway) im Mittelpunkt, die in der Redaktion des, der Vogue nachempfundenen Modemagazins „Runway“ unter der Leitung der gefürchteten Chefredakteurin Miranda Priestly (Meryl Streep) arbeitete.

Der Film erzählte Geschichte von Aufstieg, Machtstrukturen, Loyalität und den persönlichen Kosten beruflichen Ehrgeizes. Der Reiz des ersten Teils bestand in der Spannung zwischen der mächtigen Mode-Fürstin und ihrer naiven Praktikantin, die nicht weiß, in welches Haifischbecken sie sich da begeben hatte.

Die neue Geschichte greift diese Figuren in einer völlig veränderten Medienlandschaft wieder auf. Die Modebranche ist längst nicht mehr nur von Hochglanzmagazinen geprägt, sondern von digitalen Plattformen, Influencer-Marketing und globaler Echtzeitkommunikation.

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Gedruckte Auflagen sinken, Marken müssen sich neu erfinden, redaktionelle Autorität wird zunehmend von Algorithmen und Reichweitenzahlen herausgefordert. „Der Teufel trägt Prada 2“ verlegt das Machtzentrum vom klassischen Printgeschäft in eine hybride Welt aus Luxuslabels, Social Media und strategischen Kooperationen.

Zwanzig Jahre nach dem ersten Teil lebt die Fortsetzung nicht mehr von der Aufstiegserzählung einer Außenseiterin, sondern von der Nostalgie für ein System, das sie einst kritisch beleuchten wollte.

Der Humor bleibt zynisch und Miranda Priestly wirkt heute weitaus weniger faszinierend und ist inzwischen einfach nur noch eine toxische Chefin, die ihre Angestellten wie Dreck behandelt. Dass Andy sie weiterhin mit Rehblick idealisiert, als besitze nur sie Zugang zur „wahren“ Miranda, wirkt heute nur noch unglaubwürdig.

Am Ende rettet erneut das Kapital in Gestalt wohltätiger Milliardäre ein taumelndes Luxus-Mode-Imperium und passt damit in die reaktionäre Trump-Welt. „Der Teufel trägt Prada 2“ erweist sich weniger als feinsinnige Fortschreibung eines Klassikers denn als aufwendig inszenierte Bühne für Luxuslabels, ein überdehntes Schaufenster der High Fashion, das sich mit kalkuliertem Glamour begnügt und inhaltlich erstaunlich dünn bleibt. Selbst Meryl Streep bleibt in ihrer Darstellung erstaunlich eindimensional und entwickelt ihren Charakter kaum weiter, ganz im Gegenteil, sie wirkt wie gefangen im Klischee ihrer Rolle.

Der Titelsong „Runway“ knüpft klanglich an das letzte Album von Lady Gaga an und bringt sie mit der derzeit erfolgreichsten Rapperin Doechii zusammen: ein Dreamteam. Im Video zu “Runway” zeigen sie mit zahlreichen Outfitwechseln Designs von Modeschöpfern wie Robert Wun, Harris Read oder Thom Solo.