Internationaler Frauentag: 10 feministische Hymnen

Frauen verändern die Welt

Girls run the world? Schön wär's, dauert aber wahrscheinlich noch ein Weilchen.
Zum Internationalen Frauentag hier zehn unverzichtbare, aufrührerische Grrrrl-Hymnen - feminism rules o.k.!

Genau 50 Jahre ist es nun her, dass Aretha Franklin lautstark RESPECT für ihre Schwestern einforderte. Ein Blick auf die Charts zeigt: Weibliche Acts allüberall. Also alles in Butter im Pop, Gleichberechtigung erreicht? Die Realität sieht häufig anders aus: Auf Rock-Festivals treten 90 % reine Männerbands auf, viele Zeitschriften ignorieren Künstlerinnen, gehen auf Nummer sicher und nehmen doch lieber den "Boss" oder Bilderbuch aufs Cover.

Viel aufregende, revolutionäre, visionäre Musik aus Frauenhand bleibt in "special interest"-Nischen stecken - von gleichberechtigten Verhältnissen im Pop kann also längst noch keine Rede sein, den Frauentag sollten wir trotzdem feiern und die Musik laut aufdrehen!

1. Bikini Kill - Rebel Girl

Riot Grrrlsm at its Best: erschienen 1993 als B-Seite (!) avancierte Kathleen Hannas Song schnell zur Grrrl-Hymne überhaupt. Bis heute unschlagbar in Furor und Aussage.

2. Aretha Franklin & Eurythmics - Sisters Are Doin' It For Themselves

Ursprünglich sollte Tina Turner diesen Song mit Annie Lennox singen, fand ihn aber "zu gewagt" - Godmother Aretha Franklin hatte keine Angst, herausgekommen ist ein Klassiker des Empowerments.

3. Madonna - Express Yourself

Madonnas Rolle im Pop-Feminismus ist umstritten - unumstritten toll ist das Video "Express Yourself" mit Anspielungen auf "Metropolis" und die Gemälde von Madonnas Lieblingsmalerin Lolita Lempicka.

4. Beyoncé - Girls Run the World

Spätestens seit ihrem letzten Album "Lemonade" ist Queen Bey eine feministische Heroine - "Girls Run the World" von 2011 weist schon auf Beyoncés spätere Entwicklung hin.

5. Aretha Franklin - Respect

Und nochmal Aretha: Diejenigen, die "Respect" nur aus dem "Blues Brothers"-Soundtrack kennen, seien hiermit erinnert, dass Mrs. Franklin diesen Song (geschrieben von Otis Redding) schon 1967 sang und damit vielen Frauen aus der Seele sprach.

6. Nina Hagen - Unbeschreiblich weiblich

In diesem Song geht's um Abtreibung und sexuelle Selbstbestimmung - unbequeme, wenig "poppige" Themen, kein Problem natürlich für Nina Hagen.

7. Half Girl - Lemmy, I'm A Feminist

Julie Miess' All-Star-Frauenband aus Berlin, Wien und Leipzig gesteht Lemmy Kilmister ihre Liebe - macht aber auch klar, dass die schlechten alten Zeiten vorbei sind...

8. X-Ray Spex - Oh Bondage Up Yours!

Eine Frau mit Zahnspange am Mikrofon? Undenkbar vor Punk, undenkbar vor Poly Styrene mit X-Ray Spex. "Oh Bondage Up Yours" tritt aber noch andere Klischees in den Gulli, wie zum Beispiel, dass kleine Mädchen nur süß, aber still zu sein haben.

9. The Slits - Typical Girls

Zeitgenossinnen von X-Ray Spex und ebenso furchtlos in punkto Performance: Angeblich hat die junge Madonna ihren Look von den Slits geklaut. "Typical Girls" waren Ari Up, Viv Albertine, Tessa Pollitt und Palmolive sowieso nicht - die erste all-female-Punkband, Vorbilder für unzählige Frauenbands nach ihnen.

10. Queen Latifah vs. Monie Love - Ladies First

The ladies will kick it, the rhyme that is wicked - die HipHop-Heldinnen Queen Latifah und Monie Love in einem Duett von 1989.

Bonustracks:

Stereo Total - Wenn ich ein Junge wär

Nochmal Nina Hagen, diesmal in der sympathisch-schrulligen Version von Francoise Cactus.

Consolidated & Yeastie Girls - You Suck

Gleichberechtigung fängt im Bett an: die Yeastie Girls fordern in diesem sehr expliziten Track die Männer auf, sich nicht nur oral bedienen zu lassen, sondern auch selbst Zunge anzulegen.

Der Internationale Frauentag:

Am 19. März 1911 fand in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA der erste internationale Frauentag statt. Ziel war die Einführung des Frauenwahlrechts, was in Deutschland 1918 erreicht wurde. Während des Nationalsozialismus wurde der Internationale Frauentag in Deutschland verboten und dafür der Muttertag stark in den Vordergrund gerückt.

In der jungen BRD sorgten Frauen dafür, dass der Absatz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" ins Grundgesetz mit aufgenommen wurde. Nach langen Diskussionen wurde dann 1994 der Gleichberechtigungs-Artikel im Grundgesetz um einen Zusatz ergänzt: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." Eine aktive Gleichstellungspolitik ist seitdem Verfassungsauftrag.

Aber auch Künstlerinnen kämpfen seit vielen Jahren gegen die systematische Benachteiligung von Frauen an. Daran wollen wir am heutigen internationalen Frauentag mit dieser Playlist erinnern.

Compilation: Christina Mohr

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