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The Bankes Brothers setzen alles auf eine Karte

Die kanadische Indie-Rock-Band The Bankes Brothers veröffentlicht am 22. Juli 2026 ihre neue Single “Risk It All” – ein Song über Ehrgeiz, Unsicherheit und den Mut, trotzdem weiterzumachen. Und der bislang lauteste ihrer Laufbahn.

Es gibt Songs, die entstehen am Schreibtisch, und es gibt Songs, die entstehen unter der Dusche. “Risk It All” gehört zur zweiten Sorte. Eine Melodie, die Sänger Nelson Bankes einfach zugefallen ist, hat es innerhalb kurzer Zeit ins Studio geschafft – und klingt jetzt so, als hätte die Band sie schon immer mit sich getragen.

Am 22. Juli 2026 erscheint die Single via Blue Heron Music. Sie folgt auf das deutlich sanftere “Aaliyah” (VÖ: 11.06.2026) und schlägt den entgegengesetzten Weg ein: treibende Gitarren, ein Groove mit Rock’n’Roll-Swagger irgendwo zwischen den Fünfzigern und dem Indie-Rock der Nullerjahre, dazu eine Dynamik, die sich vom ersten Takt an nach vorne schiebt. Das Finale explodiert dann tatsächlich – roh eingesungen, ohne Politur, mit einer Lead-Gitarre, die Carson Cleaver krank und vom Studiosofa aus in wenigen Takes eingespielt hat. Man hört ihr die Dringlichkeit an.

Inhaltlich ist “Risk It All” kein naives Aufbruchslied, sondern eher ein müde gewordenes. Die Band verhandelt darin die Realität hinter dem Traum vom Musikmachen: Nebenjobs, Warteschleifen, Zweifel. “Being in the music industry is everything we wanted starting out”, sagt Nelson Bankes über die Entstehung – und beschreibt anschließend das viele “hurry up and wait”, das dazugehört. Der Song ist die Antwort darauf: Statt weiter abzuwarten, wird alles auf eine Karte gesetzt. Das Bild vom Einsatz auf Rot geht schnell ins Ohr, der Refrain ist zum Mitgrölen gebaut, und das ist hier ausdrücklich als Kompliment gemeint.

Von Victoria nach Hamburg

The Bankes Brothers stammen aus Victoria in British Columbia. Im Zentrum stehen die Brüder Nelson (Gesang) und Morgan Bankes (Gitarre), komplettiert von Carson Cleaver an der Leadgitarre, Gray Oxley am Bass und Sascha Enns am Schlagzeug. Zusammengefunden hat die Band 2017, seither hat sie sich vor allem live einen Namen gemacht: mit Festivalauftritten quer durch Kanada und einer Spielweise, die eingängige Melodien mit Indie-, Alternative- und Americana-Rock verbindet. Ihre Einflüsse reichen von Elvis Presley und Otis Redding bis zu The Strokes und den Pixies. Mit der Debüt-EP “In Waves” (2024), produziert von Steve Bays (Hot Hot Heat), etablierten sie sich als eine der spannendsten Newcomer-Bands der kanadischen Indie-Rock-Szene.

In Deutschland waren sie zuletzt im September 2025 zu sehen – und zwar an prominenter Stelle: Am 18. September spielten The Bankes Brothers ihr Reeperbahn-Debüt im Hamburger UWE, als Teil des Canada House, das die Canadian Independent Music Association jedes Jahr auf dem Festival bespielt. Es war der Höhepunkt einer nahezu ausverkauften Europatour, aus der auch die EP “Get To Know” (2025) hervorging. Wer die Band dort erlebt hat, weiß, worauf “Risk It All” abzielt: Diese Songs sind für Räume geschrieben, in denen mitgesungen wird.

Produziert hat erneut Gus van Go (The Beaches, Arkells, Hollerado) in den Boiler Room Studios in Toronto – jener Produzent, der die Band schon auf den letzten Singles hörbar von den freundlichen Indie-Melodien in Richtung Gitarrenbrett geschoben hat. “Risk It All” ist der bislang konsequenteste Schritt in diese Richtung.