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Zwischen Party-Reue und Selbstzweifeln: 7ebra präsentieren “Dinner and a Movie” und “Normal Song”

Mit “Dinner and a Movie” und “Normal Song” liefern 7ebra zwei weitere Vorboten ihres zweiten Albums “How to Land a Plane” – und zeigen dabei, wie weit sich das schwedische Schwesternduo seit seinem Debüt “Bird Hour” entwickelt hat.

Wo die Songs auf “Bird Hour” oft wie in Nebel gehüllt wirkten, treten Inez und Ella Johansson nun deutlich direkter auf. Treibende Drums, helle Synthesizer und eingängige Refrains verleihen den neuen Stücken eine fast überraschende Leichtigkeit. Doch unter der glänzenden Oberfläche bleiben die Themen gewohnt unerquicklich: Scham, Orientierungslosigkeit und die kleinen Abstürze des Erwachsenwerdens.

Besonders “Dinner and a Movie” lebt von diesem Kontrast. Musikalisch wirkt der Song beinahe euphorisch, während er inhaltlich von den Folgen einer durchzechten Nacht erzählt. Wenn die beiden im Refrain „I’m seeing stars everywhere“ singen, klingt das zunächst wie eine romantische Pop-Floskel. Tatsächlich beschreibt die Zeile eher den Zustand nach dem Exzess als das Gefühl frisch verliebt zu sein. Gerade diese Ambivalenz macht den Reiz des Songs aus.

Auch “Normal Song” trägt seinen Widerspruch bereits im Titel. Der Track versteht sich als augenzwinkernder Kommentar auf das Schreiben eines vermeintlich „normalen“ Popsongs und kreist gleichzeitig um das Bedürfnis nach Orientierung und emotionaler Entladung. Die Zeile „I wanna cry in an open field“ verwandelt sich dabei von einem Moment der Verzweiflung in etwas beinahe Befreiendes. Was auf dem Papier traurig klingt, entwickelt in der Umsetzung eine unerwartete Zuversicht.

Mit den beiden Songs deuten 7ebra an, wohin die Reise auf “How to Land a Plane” geht: weg von der introvertierten Schlafzimmer-Ästhetik des Debüts, hin zu größerem Indie-Pop, ohne die Verletzlichkeit ihrer Texte aufzugeben. Die Schwestern beweisen einmal mehr ihr Gespür für Melodien, die lange nachhallen, und für Songs, die von Unsicherheiten erzählen, ohne sich in ihnen zu verlieren.

Nach ihrem vielbeachteten Debüt “Bird Hour” und zahlreichen Konzerten in Europa, den USA und Japan scheint das Duo nun den nächsten Schritt zu gehen. erscheint als das Werk einer Band, die ihren Sound gefunden hat – und gelernt hat, dass man existenzielle Krisen manchmal am besten mit einem großen Refrain beantwortet.