Musik zum Beruf machen: Bürokratische Aufgaben zum Einstieg

Sei es nach dem Studium oder eben als Quereinsteiger: Das Dasein als Musiker*in ist für viele Menschen in Deutschland ein absoluter Traumberuf. Allerdings gehört nicht nur eine ganze Menge Glück und vor allem Talent dazu. Zu einem sehr großen Teil müssen sie sich selbst organisieren und sich um die Bürokratie kümmern. Wir bringen etwas Licht ins Dunkel und wollen klären, was alles dazugehört.  

Mehr als Leidenschaft und Talent

Wer sich den Berufswunsch in der Musik erfüllen möchte, muss zunächst einmal das nötige Talent, Können und Leidenschaft besitzen. Hobbymusiker*innen werden es schwer haben, wenn sie sich nicht das Hobby kaputtmachen lassen wollen. 

Bild: unsplash.com, © NeONBRAND 

Berufsmusiker*in sein bedeutet nicht unbedingt immer Spaß und dennoch gilt es, niemals aufzugeben, weiterzumachen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Zeiten mal schlecht sind, und das werden sie. Viele Musiker bekommen nämlich nie eine feste Stelle. Hier muss man einfach realistisch sein

Neben Talent und Leidenschaft ist Disziplin eine sehr wichtige Eigenschaft. 

Grundvoraussetzungen

Strukturiertes Arbeiten und Disziplin gehören zu den Grundvoraussetzungen. Es müssen oft Termine eingehalten werden und man muss sich selbstständig organisieren. Das hört sich nach Arbeit an, ist es auch. Gerade einmal die Hälfte des Berufsalltags sind Kreativarbeit. 

Daneben ist für den Berufseinstieg natürlich eine Steuernummer und ein Konto erforderlich. Immerhin geht es darum sich selbstständig zu machen und Musiker*innen müssen ähnliche Voraussetzungen erfüllen wie andere auch. 

Da die Musik gerade am Anfang nicht viel Geld abwirft, ist Sparsamkeit eine wichtige Eigenschaft. Es gilt an allen Ecken und Enden zu sparen, damit für alle Fälle immer ein bisschen Geld auf dem Konto vorhanden ist. Idealerweise ist das Girokonto selbst natürlich sehr günstig oder sogar kostenlos. Konten bei Online- oder Direktbanken sind hier besonders günstig. Auf OnlineBanken.com lassen sich Girokonten vergleichen. So findet man die besten und günstigsten Konditionen. 

Businessplan

Wer sein eigenes Business startet, sollte über die finanziellen Mittel verfügen. Das ist beim Start ins Musikbusiness genauso wichtig. Das Geld kommt meist in Form von Krediten von der Bank und die möchte dafür einen Businessplan bekommen

Hier wird genau aufgeschlüsselt, in welchen Zweig der Musikbranche eingestiegen werden soll, wie die Zielgruppe aussieht, wie viele Mittel gebraucht werden, wie sie verwendet werden und vieles mehr. Gerade als Musiker*in ist das jedoch relativ schwer zu beschreiben. 

Wie nenne ich mich beim Finanzamt? 

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. In jedem Fall sollte dem Finanzamt mitgeteilt werden, dass Geld mit der Musik verdient wird. Bei bezahlten Auftritten kann beispielsweise ein Kleingewerbe beim örtlichen Gewerbeamt angemeldet werden. 

Wer als Musiklehrer*in durchstarten möchte muss sich natürlich ebenfalls beim Finanzamt melden. Allerdings bietet diese lehrende Tätigkeit besondere, steuerliche Vorzüge. 

Personen, die sich komplett in der Musik selbstständig machen, sollten die steuerliche Freiberuflichkeit beim Finanzamt anmelden. Am Ende kommt es jedoch darauf an, ob es sich um eine freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit handelt. 

Mehrere Standbeine sinnvoll?

Hier lautet die Antwort eindeutig „Ja“. Musiker*innen sollten auf jeden Fall mehrere Standbeine aufbauen. Auf diese Weise können sie ihr oft so unregelmäßiges Einkommen zumindest etwas ausgleichen. Es ist daher sinnvoll sowohl aktiv Musik zu machen als auch zu unterrichten oder gewerblich zu komponieren. 

Natürlich gibt es noch eine Vielzahl weiterer möglicher Tätigkeiten, um das eigene Einkommen als Berufsmusiker*in etwas aufzubessern. Selbst ein Teilzeitjob in einer ganz anderen Branche ist möglich oder sogar nötig, um die Lebenshaltungskosten zu decken. 

Versicherungen ein großes Thema

Jeder in Deutschland benötigt die ein oder andere Versicherung. Die Krankenversicherung ist hierzulande Pflicht. Hier haben Musiker*innen einen besonderen Vorteil: Sie können sich bei der Künstlersozialkasse, oder kurz KSK, versichern. Sie ist für sämtliche Sozialversicherungen, wie die Kranken- , Renten- oder Pflegeversicherung zuständig. 

Daneben besteht die Möglichkeit sich über die gesetzliche oder eine private Versicherung abzusichern. Allerdings sind hier die monatlichen Beiträge meist deutlich höher. 

Wichtig zu wissen in diesem Zusammenhang: Nicht jeder Antrag bei der Künstlersozialkasse wird angenommen. 

Netzwerken

Wie in jeder Branche heutzutage ist es wichtig, die richtigen Menschen zu kennen. In kaum einer Branche ist das Netzwerken jedoch wichtiger als in der Musik. Es darf keine Möglichkeit ungenutzt sein. Glücklicherweise erleichtert einem das Internet das Netzwerken ungemein. Am einfachsten lassen sich Kontakte über die sozialen Netzwerke schließen, wie etwa bestimmte Facebook Gruppen. 

Daneben gibt es immer mal wieder sogenannte Networking-Treffen oder -Events bei denen man sich mit Gleichgesinnten kurzschließen kann. Auch Musikmessen können sinnvoll sein, um neue Leute in der Branche, die international unterwegs sind, kennenzulernen. 

Alle Jahre wieder: Steuererklärung

Es bleibt leider nicht aus. Wer als Musiker*in selbstständig ist, muss natürlich auch seine Steuererklärung machen. Einmal im Jahr wird sie fällig. Was du diesbezüglich alles wissen musst, haben wir in unserem Beitrag „Nebenverdienst als Musiker“ zusammengefasst.

In der Musikbranche ist es wirklich schwierig Fuß zu fassen. Nur mit Talent allein kommt man nicht unbedingt weit. Es gehören natürlich eine Menge Glück aber auch Struktur und Disziplin dazu, um sich durch die mühselige Bürokratie zu kämpfen.

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Tonspion Redaktion

Tonspion berichtet seit 1999 über Musik und Digitales und war damit der erste Musikblog weltweit.