Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Techno, Electro und EDM?

Eine kleine Einführung

Viele Menschen verwenden die Begriffe Electro, Techno oder EDM für elektronische Tanzmusik. Dabei sind die Unterschiede teilweise riesig. 

ZDF Kultur erklärt die Herkunft des Begriffs EDM (Electronic Dance Music) als kommerzialisierte, amerikanisierte Version von Techno. In Deutschland auch gleichbedeutend mit dem Begriff "Schlumpftechno", denn mit dem Album "Techno ist cool" von den Schlüpfen begann im Jahr 1995 der Ausverkauf einer Subkultur, die sich Ende der 80er Jahre in den Clubs von Detroit erst entwickelt hatte und schnell nach Deutschland herüberschwappte.

Möglich wurde diese völlig neue Musik durch Sampler, mit der man bestehende Stücke neu zusammensetzen konnte, sowie den Drumcomputer Roland TR-808, der auch heute noch auf vielen Techno-Produktionen zu hören ist. Diese Technologie trug etwa zur gleichen Zeit auch zur Entstehung von Rap bei. Man brauchte plötzlich kein Instrument mehr spielen zu können, um Musik zu machen.

Techno ist eine Kunstform, die in Deutschland von Kraftwerk erfunden (1983 erschien ihre Single "Techno Pop") und maßgeblich von Westbam weiterentwickelt wurde, der kurze Zeit später zu den Gründern der "Loveparade" gehörte, die Techno in Deutschland zu einem Massenphänomen machte. In diesem Video erklärt er, woher Techno kam und wie es sich entwickelt hat. 

"Techno" wird heute auch als Oberbegriff für verschiedene, miteinander verwandte härtere Stilrichtungen der elektronischen Tanzmusik verwendet. In diesem Zusammenhang knüpft er an das Verständnis der 1980er-Jahre an, als "Techno" eine Funktion als Sammelbezeichnung für „technologisch-fortschrittliche Musik“ innehatte, mit der man sich von der herkömmlichen Chartsmusik abgrenzen wollte. Heute werden die deutschen Charts dominiert von elektronischen Klängen, egal ob in Form von EDM oder auch Rap.

Techno war damals aber nicht nur ein Sound, sondern auch die logische Fortsetzung von Punk als neue Jugendbewegung, nur dass die Protagonisten keine Gitarren mehr in die Hand nahmen, sondern Platten.

Heute ist Techno in Deutschland die erfolgreichste Tanzmusik überhaupt und hat die traditionelle Tanzmusik abgelöst. EDM hingegen ist nicht im Club sondern eher im Stadion zuhause, genau so wie Mario Barth, der David Guetta der Comedy. 

Die populärsten deutschen Techno-Clubs wie das Berliner Berghain, das Robert Johnson in Offenbach oder das Institut für Zukunft in Leipzig spielen Techno jedoch nach wie vor in einer nicht kommerzialisierten Form, die mit Charts-EDM gar nichts zu tun hat. Techno-DJs bleiben anders als ihre EDM-Kollegen meistens unsichtbar und sehen sich nicht als Entertainer oder Animateure, sondern beschränken sich aufs Live-Auflegen von Platten. Die berühmtesten EDM-DJs haben diese Clubs noch nie von innen gesehen und wären dort auch gar nicht willkommen.

Electro ist hingegen nur eine spezielle Spielart von Techno, bei der nicht die straighte 4/4 Bassdrum, sondern ein funkiger, synkopierter Beat im Vordergrund steht. Anne Clark hatte 1984 mit "Our Darkness" einen der ersten Electro-Tracks in den deutschen Charts. Viele nutzen den Begriff "Electro" heute einfach als Synonym für elektronische Tanzmusik.

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