Eingängiger Roots Rock trifft auf schwarzen Humor und eine Geschichte über Verbrechen, romantische Anziehung und ein ungewöhnliches Heiratsversprechen.
Auf den ersten Eindruck klingt „The Great American Love Story“ erstaunlich unbeschwert. Jonas Ledang setzt auf treibenden Roots Rock, eingängige Melodien und einen Sound, der an Tom Petty und Bruce Springsteen erinnert. Die Geschichte dahinter fällt allerdings deutlich düsterer aus.
Im Mittelpunkt steht ein zum Tode verurteilter Verbrecher, der aus dem Gefängnis heraus eine Frau umwirbt. Er verspricht, sich zu bessern, und macht ihr schließlich einen Heiratsantrag. Ledang erzählt diese Geschichte mit schwarzem Humor und lässt die musikalische Leichtigkeit bewusst auf den makabren Inhalt treffen.
Ausgangspunkt für den Song war das Phänomen der Hybristophilie. Der Begriff beschreibt die romantische oder sexuelle Anziehung zu Menschen, die schwere Verbrechen begangen haben. Für Ledang war dabei besonders die Verbindung des Phänomens mit Fällen aus den USA interessant. Daraus entwickelte sich schließlich auch der Titel „The Great American Love Story“.
Neben Tom Petty und Bruce Springsteen nennt Ledang noch einen weiteren wichtigen Bezugspunkt: Warren Zevon. Vor allem dessen Fähigkeit, makabre Geschichten mit Humor und eingängigen Songs zu verbinden, spielte beim Schreiben eine Rolle.
„Ich habe mir den Song immer als eine Geschichte vorgestellt, die auch er hätte erzählen können: makaber, mit Humor und eingängigen Melodien“, erklärt Ledang.
Genau aus diesem Gegensatz zieht „The Great American Love Story“ seinen Reiz. Während die Musik nach vorne geht und beinahe gute Laune verbreitet, wird die erzählte Liebesgeschichte mit jeder Zeile fragwürdiger. Statt die düstere Handlung musikalisch nachzuzeichnen, lässt Ledang beide Ebenen nebeneinander bestehen und macht gerade ihren Widerspruch zum Kern des Songs.

