Playlist: From Shoegaze To Dreampop

Shoegaze, Noisepop, Dreampop: Musik aus diesem Bereich ist herzergreifend, entrückt und niemals egal. Hier die schönsten Genrevertreter – Klassiker, Newcomer und Geheimtipps – in einer epischen und immer weiter wachsenden Playlist.

Shoegaze: Welch ein eigenartiger Name für ein Musikgenre… Erfunden von einem Musikjournalisten, der bei einem Konzert der Band Moose den Gitarristen K.J. „Moose“ McKillop dabei beobachtete als dieser den ganzen Abend über scheinbar auf seine Schuhe starrte. Der (etwas alberne) Begriff „Shoegazing“ war nun in der Welt, obwohl McKillop eigentlich nur seinen Job machte und seine Effektpedale am Boden unter Kontrolle hatte. Auch die Bands dieses Genres selbst waren wenig begeistert über diese Bezeichnung, die von Beginn an eher abwertend verwendet wurde. Trotzdem: Der Name war nun geboren und sollte bis heute bleiben. 


Immerhin war ein wichtiger Teilaspekt der Musik im Begriff enthalten, nämlich die zahlreichen Effekte, die Gitarren nicht mehr wie  bloße (Rock-)Gitarren klangen lassen, sondern ganze „Wall Of Sounds“ erzeugten (siehe My Bloody Valentine): In diesen neuen Klanguniversen bestehend aus langsamen, loopartigen Wiederholungen und psychedelischen hypnotischen Melodien (wie zum Beispiel bei Slowdive), waren zudem oft Vocals integriert, die selbst wie Instrumente klangen, so ätherisch und verhangen waren diese (beispielsweise Swallow).

Inzwischen ist der Shoegaze-Begriff etabliert, seine anfängliche Lächerlichmachung verschwunden und derart tief in der Popkultur verankert, dass ganz neue Wortschöpfungen daraus entstanden sind: Die Band My Vitriol bezeichnete ihren Sound als „Nugaze“ und Bands wie Deafheaven werden als wegen ihrer Mischung aus Black Metal und Shoegaze als „Blackgaze“ bezeichnet. 

Seit den frühen Cocteau Twins hat sich ein weiterer Begriff etabliert, der ein verwandtes Genre bezeichnet und dieselben Menschen ansprechen dürfte: Dreampop nutzt statt verfremdeter Gitarrensounds die Möglichkeiten der elektronischen Musik, setzt dabei aber wie sein großer Bruder ganz auf verträumte Soundscapes, in die man sich fallen lassen kann, wie in ein großes, weiches Himmelbett. Zu den zeitgenössischen Vertretern dieser Spielart gehören Künstler wie Washed Out, Beach House, M83 oder Sigur Rós.


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Kerstin Kratochwill

Kerstin Kratochwill ist promovierte Germanistin, arbeitet als Lektorin sowie Texterin und schreibt für Tonspion über Musik, Filme und Serien.