Auf seinem neuen Album bringt der Kölner Pianist die Energie einer live eingespielten Jazzband mit Synthesizern, Drum-Machines und Einflüssen aus Pop und Rock zusammen.
Jazz, Pop und elektronische Musik gehören für Christian Frentzen schon länger zusammen. Auf Pulses rückt der Kölner Pianist und Keyboarder diese Verbindung nun noch deutlicher in den Mittelpunkt. Analoge Synthesizer und akustisches Piano, Drum-Machines und Live-Schlagzeug stehen nebeneinander, ohne dass eine Seite die andere verdrängt.
Die zehn Stücke des Albums entstanden innerhalb von nur 30 Tagen. Frentzen schrieb sie unmittelbar vor einer Studiosession in den Kölner River Studios, wo Pulses anschließend mit seiner Band nahezu vollständig live eingespielt wurde. Die kurze Entstehungszeit und der Live-Ansatz geben dem Album eine Direktheit, die sich auch in den Arrangements wiederfindet.
Frentzens Kompositionen folgen dabei selten einem festen Schema. Eingängige Melodien können in komplexere rhythmische Passagen übergehen, ruhige Flächen auf treibende Grooves treffen. Einflüsse aus Jazz und Fusion sind ebenso zu hören wie Spuren von Pop, Rock und elektronischer Musik. Frentzen selbst nennt dabei so unterschiedliche Bezugspunkte wie Pat Metheny, Beck, Foo Fighters und Kraftwerk.
Für die Aufnahmen versammelte Frentzen Musiker, die selbst an unterschiedlichen musikalischen Schnittstellen arbeiten. Thomas Stieger, der unter anderem mit Wolfgang Haffner und Sarah Connor gespielt hat, übernimmt den Bass. Am Schlagzeug sitzt Moritz Müller, bekannt durch die Heavytones und The Intersphere.
An der Gitarre ist der New Yorker Musiker Nir Felder zu hören, mit dem Frentzen eine langjährige musikalische Freundschaft verbindet. Felder hat im Laufe seiner Karriere unter anderem mit Diana Krall, Brad Mehldau, Kamasi Washington, Meshell Ndegeocello und Esperanza Spalding gearbeitet. Als Teil des Ensembles von Terri Lyne Carrington war er außerdem an deren Grammy-prämiertem Album Money Jungle: Provocative in Blue beteiligt.
Weitere Gäste erweitern die Besetzung punktuell. Marc Doffey ist an Tenorsaxophon und Flöte zu hören, Chris Mehler an Trompete und Flügelhorn, Michael Theissing-Tegeler an der Posaune und Roland Peil an der Percussion.
Im Vergleich zu seinen vorherigen Soloalben gibt Frentzen elektronischen Elementen auf Pulses deutlich mehr Raum. Synthesizer, Tape-Delays und Drum-Machines werden dabei nicht nachträglich über die Aufnahmen gelegt, sondern sind Teil der musikalischen Struktur. Polyrhythmische Passagen treffen auf offene Klangflächen und die unmittelbare Interaktion einer live spielenden Band.
Dass Frentzen das Album selbst produziert und gemischt hat, verstärkt diesen Ansatz. Komposition, Aufnahme und Produktion greifen eng ineinander. Trotz der vielen elektronischen Details bleibt der Ausgangspunkt die Band und ihr Zusammenspiel.
Im Oktober bringt Frentzen Pulses auch auf die Bühne. Konzerte sind in Bergheim, Minden, Hameln, Berlin und Düsseldorf geplant.
Live
08.10.2026 – Medio Rhein-Erft, Bergheim
09.10.2026 – Jazzclub Minden
10.10.2026 – Jazzclub Double-Time, Hameln
11.10.2026 – Jazzclub A-Trane, Berlin
16.10.2026 – Jazz-Schmiede Düsseldorf

