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The Rolling Stones – „Foreign Tongues“ (Album 2026)

The Rolling Stones 2023 (Foto: Mark Seliger)

Mit „Foreign Tongues“ veröffentlichen die Rolling Stones ihr 25. Studioalbum und knüpfen damit an „Hackney Diamonds“ aus dem Jahr 2023 an. Das neue Werk zeigt eine Band, die sich auch mehr als 60 Jahre nach ihrer Gründung nicht nur auf ihren Lorbeeren ausruht, sondern ihren klassischen Sound mit aktuellen Themen verbindet.

Produziert wurde das Album erneut von Andrew Watt, der bereits „Hackney Diamonds“ betreute. Gemeinsam mit Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood entstand in den Londoner Metropolis Studios innerhalb weniger Wochen ein Album, das den direkten, rauen Bandsound in den Mittelpunkt stellt. Die 14 Songs bewegen sich souverän zwischen Blues, Rock, Country, Balladen und einer Prise Disco, ohne dabei die Identität der Rolling Stones aus den Augen zu verlieren, diesen berühmten Sound, den sie seit 1962 immer weiter verfeinert haben.

Bereits der Opener „Rough and Twisted“ erinnert mit seinem stampfenden Groove an die frühen Blues-Wurzeln der Band. Im weiteren Verlauf wechseln sich energiegeladene Rocknummern mit ruhigeren Momenten ab. Die Disco-inspirierte Single „Jealous Lover“ knüpft an Klassiker wie „Miss You“ an, während Balladen wie „Back in Your Life“ und „Some of Us“ die nachdenklichere Seite der Stones zeigen. Vor allem Keith Richards sorgt mit seinem Gesang auf „Some of Us“ für einen der emotionalsten Momente des Albums.

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Inhaltlich blickt Mick Jagger stärker als zuletzt auf das politische Zeitgeschehen. Mehrere Songs beschäftigen sich mit Krieg, autoritären Regimen und gesellschaftlichen Entwicklungen. In „Covered in You“ kritisiert er Autokraten, während „Mr Charm“ deutliche Seitenhiebe gegen Tech-Milliardär Elon Musk enthält. Dennoch bleibt das Album nie nur ein politisches Statement von Rock-Millionären. Immer wieder geht es auch um Vergänglichkeit, Zusammenhalt und die Freude daran, trotz allem weiter Musik zu machen.

Neben der Stammbesetzung sind erneut zahlreiche Gäste beteiligt. Steve Winwood steuert Orgel bei, außerdem wirken Paul McCartney, Robert Smith von The Cure und Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers mit. Charlie Watts ist auf dem bereits 2021 aufgenommenen „Hit Me in the Head“ noch einmal am Schlagzeug zu hören. Selbst Bruno Mars taucht mit einem Gastbeitrag an der Cowbell auf.

Die Band, die einfach nicht die verdiente Rente gehen will, hat hörbar Spaß im Studio gehabt und warum sollte sie dann auch aufhören? Mick Jagger kündigte in einem Interview mit einem argentinischen Radiosender an, dass die Stones nächstes Jahr wieder auf Tour gehen wollen. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass die Arthritis von Keith Richards das erlaubt. Eine Tour ohne Richards wäre wohl ausgeschlossen.

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Rolling Stones Berlin 2022 (Foto: Andreas Budtke)

Den bei großen Stars immer beliebter werdenden “Residencies” bei denen Künstler nicht mehr auf Tour gehen, sondern ihre Fans einfliegen lassen, erteilt Jagger eine klare Absage und zeigt damit, dass er den Anschluss an die Realität seiner Fans nicht verloren hat.

„Ehrlich gesagt, sind Residencies nicht mein Ding. Für unsere Fans wird das nämlich sehr teuer. Eine solche Reise kostet am Ende mindestens das Doppelte von normalen Konzerten. Ich reise persönlich sehr gern. Ich bin gern unterwegs und mag es, an verschiedene Orte zu kommen.“ (Mick Jagger)

Natürlich kann man „Foreign Tongues“ nicht mit absoluten Stones-Klassikern wie „Beggars Banquet“ oder „Some Girls“ vergleichen, bei der die Stones in der Blüte ihrer Jugend waren, dennoch ist das neue Werk eines der stärksten Alben der Rolling Stones seit den frühen 80ern.

Rock’n’Roll scheint mit all dem Sex & Drugs am Ende doch ein Jungbrunnen zu sein und Geld muss nicht alle verderben. Jedenfalls bleibt sich die Band über die Jahre treu, auch wenn sie sich für das furchtbar cringe Video zur Single “In The Stars” aus unerfindlichen Gründen per KI-Deepfake verjüngen ließ.

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Keith Richards, der bis heute nicht mal ein Smartphone besitzt und immer noch komplett offline lebt, hat daran vermutlich keinen Anteil.

Ansonsten verzichtet die Band bekanntermaßen im Studio und auch live auf unnötige Tricksereien und setzt stattdessen auf reine Spielfreude. Mick Jagger beschreibt die Atmosphäre während der Sessions so: “I love doing these recording sessions in London at Metropolis. It was a very intense few weeks recording Foreign Tongues. We had 14 great tracks and we went as fast as we could. I like the room there as it’s not too big so you can feel the passion in the room from everyone.”

Keith Richards hebt die Kontinuität zum Vorgänger hervor: “The Foreign Tongues album has a continuity from Hackney Diamonds and it was great to be working in London again, and to have that London vibe around us. It was a month of concentrated punch. To me, it’s all about the enjoyment of it. I’m blessed to be able to do this and long may it last.” Ronnie Wood ergänzt: “The atmosphere in the room was so creative, and the whole band was on top form throughout the whole process. Very often we nailed it on the first take. I hope everyone loves it.”