Die 10 besten Alben des Monats (Juni 2021)

Jeden Monat bewertet die Tonspion Redaktion die wichtigsten Musik-Neuerscheinungen mit Punkten von 6 (herausragend) bis 1 (schlimm). Am Ende entstehen daraus unsere Alben des Jahres. Hier unsere Charts für die besten Alben im Juni 2021 mit einem überraschenden Spitzenreiter!

Die ersten Lieblingsalben des noch jungen Jahres haben bereits einige Kandidaten für das Werk das Jahres in petto! Und ein paar Dezember-Alben haben wir mit in die Wertung genommen, denn sie sind zu gut, um in dem Niemandsland „Zwischen den Jahren“ zu verschwinden…


Tonspion Jury: Nicole Ankelmann, Christoph Braun, Astrid Clave, Sebastian Cleemann, Kerstin Kratochwill, Christoph Prenner, Florian Schneider, Satoru Teshima, Udo Raaf

Die Alben des Monats Juni 2021

1. Tyler, The Creator – Call Me If You Get Lost Ø 4,05

Tyler. The Creator

Rapper, Produzent und Kurator: Tyler, The Creator liefert auch auf seinem neuen Werk ein Vielfältigkeitsfeuerwerk ab, das vor Energie und Kreativität nur so strotzt. Kaleidoskopischer Synthpop trifft auf soulige Balladen und eine Prize Jazz gibt es obendrein – ekletisch, exzentrisch, episch!

2. Whispering Sons – Several Others Ø 3,94

Zwischen Dark Wave und Shoegaze schwebt der Sound der belgischen Band Whispering Sons: Auf ihrem zweiten Album reihen sich treibende verzweifelte Post-Punk-Rhaytmen an melancholische Gothik-Gitarren, alles getragen von der einzigartig intensiv dunklen androgynen Stimme von Frontfrau Fenne Kuppens.

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Whispering Sons - Surface (Official Video)

3. Japanese Breakfast – Jubilee Ø 3,88

Auf ihrem dritten Album umarmt Michelle Zauner alias Japanese Breakfast überschwänglich den Pop: Bittersüße Melodien treffen hier auf autobiografische Texte. Dieser dritte Gang voller tröstlicher wie traumhaft luftiger Desserts, hat die Kraft emotionale Wunden zu heilen.

Japanese Breakfast - Be Sweet (Official Video)

4. Lucy Dacus – Home Video Ø 3,83

Wieder einmal hat man bei Lucy Dacus das Gefühl den Soundtrack ihres Tagebuchs zu hören: Nicht nur deshalb gehört sie zu den spannendsten Songwriterinnen Amerikas, sondern auch weil sie wunderschöne Pop-Melodien zaubert.

5. Kings Of Convenience – Peace Or Love Ø 3,77

Vor 20 Jahren lautete die Losung: „Quiet Is The New Loud“ und Kings Of Convenience waren die Pioniere dieser musikalischen Bewegung. Auf ihrem ersten Album nach zwölf Jahren Pause heißt es jetzt „Easy Is The New Loud“.

6. Slut – Tals Of Paradise Ø 3,66

Funkelnder und flirrend leichter synthiegetragener Indie-Pop aus Bayern: Slut klingen auf ihrem ersten neuen Album seit acht Jahren frischer denn je und haben mit dem wummernden melancholischen Hit „For The Soul There Is No Hospital“ den tröstlichsten Corona-Song des Jahres dabei.

7. Wolf Alice – Blue Weekend Ø 3,56

Vor allem die Brillanz von Sängerin und Gitarristin Ellie Rowsell macht dieses Album zu einem großen Werk und beweist, dass Alternative Rock immer noch relevant ist.

8. The Marías – Cinema Ø 3,42

Leinwandreifen Dreampop mit lateinamerikanischen Einflüssen kommt von diesem Duo, das auf „Cinema“ Psychedelia, Funk und Lounge zu einem wundervollen Cocktail vermengt.

9. Marina – Ancient Dreams In A Modern Land Ø 3,42

Marina ist kein Mauerblümchen, sie ist eine Venusfliegenfalle: Mit zuckersüßen Melodien hat sie auf ihrem fünften Album einen spektakulären Fangmechanismus aus Pop und Politik gepflanzt.

10. Sleater-Kinney – Path Of Wellness Ø 3,33

Cooles Comeback-Album der feministischen Indierock-Ikone Sleater-Kinney zwischen Pop, Stoner und Alternative. Zwar sind sie mittlerweile zum Duo geschumpft, der Sound ist aber durchaus angewachsen.


Die Alben des Monats Mai 2021

1. Solomun –  Nobody Is Not Loved Ø 4,07

Über ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung seines Debütalbums hat der Dance-Music-Titan und Star-DJ Solomun ein clubbiges Album veröffentlicht, das mit hochkarätigen Gästen wie Jamie Foxx, Planningtorock, Zoot Woman, ÄTNA, Anne Clark, Isolation Berlin oder Tom Smith (Editors) aufwartet.

Solomun feat. Isolation Berlin - Kreatur Der Nacht (Official Video)

2. Man On Man – Man On Man Ø 3,83

Explizit und ergreifend: It’s So Fun To Be Gay! Faith-No-More-Keyboarder Roddy Bottum und sein Partner Joey Holman haben unter dem Namen Man on Man ein Album herausgebracht, das ihre Beziehung und Homosexualität mit infektiösem wie intimem Math-Indie-Rock feiert.

It's So Fun (To Be Gay)

3. Black Midi –   Cavalcade Ø 3,77

Noise- und Mathrock, der wie ein verrückt gewordener Hase Haken schlägt: Black Midi aus Brixton sprengen alle Genres, klingen mal nach Frank Zappa, dann wieder nach Can oder ein bisschen nach Sonic Youth  – aber immer wie etwas völlig Unerhörtes!

4. Sophia Kennedy – Monsters Ø 3,5

Die Wahlhamburgerin Sophia Kennedy erschafft auf „Monsters“ eine ganz eigene dunkle Welt voller prickelnder Atmosphäre, angereichert mit pluckernden Pop- und HipHop-Elementen sowie einer tiefen, warmen Stimme, die von Abgründen singt.

5. Squid – Bright Green Field Ø 3,43

Es weht ein großer Bandhype um diese Brightoner Gruppe: Und in der Tat, selten klang Rock grooviger als hier und kaum so jazzig, denn mit an Bord sind Jazzmusiker*innen wie Lewis Evans von Black Country, New Road (Saxofon) und Emma-Jean Thackray (Trompete).

6. St.Vincent –   Daddy’s Home Ø 3,38

Siebzigerjahre in Sepia und Soul: Annie Clark alias St. Vincent brilliert auf „Daddy’s Home“ mit Art-Pop und Neo-Soul zwischen David Bowie und Seventies-Seligkeit.

7. K.I.Z. –   Rap Über Hass Ø 3,06

Bitterböse Gesellschaftskritik, sarkastische Mimikry, Übertreibungen und Zuspitzungen sind auf „Rap Über Hass“ massenweise zu finden. Oder wie K.I.Z. im Track „Kinderkram“ selbst über sich sagen: „Fick-Deine-Mutter-Rap seit 20 Jahren“.

8. Kele Okereke –  The Waves Pt. 1 Ø 3,06

Bloc-Party-Frontman Kele Okereke hat mit „The Waves Pt. 1“ ein meditativ melancholisches Lockdown-Album aufgenommen, das sehr intim und emotional ist. Schönster Moment: Sein Cover des Bronski-Beat-Klassikers „Smalltown Boy“.

9. Chai – Wink Ø 3,33

Das weibliche japanische Quartett Chai serviert uns auch auf ihrem dritten Album zuckersüßen Bubblegum-Indie-Pop mit feministischer Botschaft: Kawaii!

10. Lea Porcelain – Choirs To Heaven Ø 2,81

Das Berliner Synthie-Pop-Duo Lea Porcelain schwelgt hier in den Eighties und ihre Mischung New Wave, Indiepop und Post-Punk ist ziemlich vielversprechend.


Die Alben des Monats April 2021

1. International Music – Ententraum Ø 3,83

Die deutsche Musik hat in Sachen Enten bislang nur den fürchterlichen „Ententanz“ zu bieten, jetzt kommt mit „Ententraum“ endlich ein famoses Album dazu: International Music vermengen auch auf ihrem Zweitling furios Sixties-Seligkeit mit Spoken-Word-Coolness und spielen mit Krautrock-Zitaten, Eighties-Anleihen, Tropicalismo-Hommagen, Shanty-Schlagerhaftem, Stoner-Rock-Einschüben, Punk-Fetzen und Post-Punk-Strukturen.

2. Sharon Van Etten – Epic 10 Ø 3,81

Einerseits ein Re-Isuue des 2010er Albums „Epic“, andererseits ein Coveralbum desselben mit unterschiedlichen Acts wie IDLES, Lucinda WilliamsCourtney Barnett oder Fiona Apple, die den Songs von Sharon Van Etten nochmal anders und neu beleuchten.

3. Beachy Head – Beachy Head Ø 3,75

Benannt nach einem der schönsten Kreidefelsen Englands ist Beachy Head eine Art Dreampop-Shoegaze-Supergroup bestehend aus Rachel Goswell (Slowdive / Mojave 3 / The Soft Cavalry / Minor Victories), Christian Savill (Slowdive / Monster Movie), Steve Clarke (The Soft Cavalry) und Matt Duckworth (Flaming Lips): Der Sound des Debüts ist voller schwebender bis hymnischer Soundteppiche.

4. Marianne Faithfull With Warren Ellis – She Walks In Beauty Ø 3,5

Poesie und Ambientsounds treffen hier in Schönheit aufeinander, wenn Muse Marianne zusammen mit Warren Ellis Gedichte von unter anderem Lord Byron, John Keats, oderPercy Bysshe Shelley neu interpretieren. Spoken Words und atmosphärische Klangcollagen ergeben hier so ein ganz neues künstlerisches Werk.

5. Dinosaur Jr –   Sweep It Into Space Ø 3,5

Nineties-Nostalgie voller Nonchalance: Die Dinos des Indie-Rock spielen auch auf ihrem zwölften Album weiter unbeirrt ihren Signature-Sound- Und wohl nur ein Meteoren-Einschlag könnte Dinosaur Jr. in ihrer Lässigkeit erschüttern.

6. Motorpsycho –   Kingdom Of Oblivion Ø 3,44

Auch auf ihrem 24. Album ist die Rocklegende aus Norwegen äußerst lebendig: Hard-Rock mit Prog-Einschlägen gepaart mit frischen Riffs lassen Motorpsycho noch lange nicht ins Königreich des Vergessens hinabtauchen.

7. Girl In Red – If I Could Make It Go Quiet Ø 3,42

Und noch einmal Norwegen, diesmal allerdings ein Debüt und zwar von der umjubelten Newcomerin, Songwriterin, Musikerin, Produzentin und queerem Vorbild Marie Ulven aka Girl In Red: Auf ihrem Erstling reiht sie einen Indiepop-Banger mit gerappten Messages nacheinander – macht ziemlich glücklich wie das hier:

8. Son Lux –   Tomorrows III Ø 3,35

Hiermit ist die wuchtige Trilogie des Electro-Art-Pop Projekts Son Lux beendet: Verschachtelte fragmentierte Tracks treffen auf orchestrale Songgebilde, auf die man sich einlassen muss. Dafür wird der Hörer dann mit einer ungewöhnlichen Schönheit belohnt, die nur Musik zu erzeugen vermag.

9. Ja, Panik – Die Gruppe Ø 3,33

Über den neuen Songs von Ja, Panik schwebt ihre charakteristische Englisch-Wienerdeutsch-Melange mit lyrischen Gebilden, die Musik wird mit No-Wave-artigem Saxofon, angehauchtem Jazz und melancholischem Indiepop angereichert. „Die Gruppe“ sprich aus, wie es vielen derzeigt ergeht: „Wenn Du Dich fühlst wie ein Tschick, der sich von selber raucht“…

10. Danger Dan –   Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt Ø 3,12

Das Solo-Album von Antilopen Gang-Mitglied Danger Dan überrascht hinsichtlich des Sounds: Klaviermelodien treffen auf Liedermacher-Gesang im Stile eines Franz Josef Degenhardt oder Hannes Wader. Haltung und Hits!


Die Alben des Jahres März 2021

1. A.A. Williams –  Songs From Isolation Ø 4,18

Die Britin A.A. Williams hat neun fantastisch traurige Coverversionen eingespielt und huldigt damit Künstlern wie Cave, Cure und Pixies. Die gefühlvollen Versionen von der Meisterin des „Death Gospel“ sind der beste, wenn auch emotional forderndste Trost, den man sich in dieser Zeit nur vorstellen kann. Multiinstrumentalistin Williams spielt mal die Gitarre, mal sitzt sie am Klavier, und immer verleiht sie den durchweg berühmten Songs ihre ganz eigene, vor allem durch Reduktion entstehende Note.

2. Serpentwithfeet –  Deacon Ø 4,1

Queere Empowerment mit Gospel-R’n’B: Josiah Wise alias Serpentwithfeet versammelt auf seinem Album „Deacon“ Chorales und Bombastisches mit großartiger Stimme!

3. Lost Horizons – In Quiet Moments Ø 3,75

Hier mischt Simon Raymonde, der ehemalige Bassist der Cocteau Twins mit und die Shoegaze-Einflüsse sind auf „In Quiet Moments“ nicht zu überhören, denn auch der zweite Teil des Duos –  Drummer Richard Thomas – hat seine Erfahrung als Jesus And Mary Chain-Schlagzeuger in diesen musikalischen Spähren. Und so treffen hier auf das schönste Euphorie und Melancholie aufeinander.

4. PeterLicht –  Beton und Ibuprofen Ø 3,64

Pop und Philosophie in Elekroakustik gegossen: PeterLicht zeigt sich auf seinem sechsten Album furios fabulierend und musikalisch mäandernd. Seine leichtfüßigen Skizzen des Alltags zwiegen sich mal im traurigen, mal im fröhlichen Indiepop-Gewand.

5. Arab Strap –   As Days Get Dark Ø 3,61

Schottischer Slowcore-Folk: 16 Jahre haben Aidan Moffat und Malcom Middleton ihr Duo Arab Strap kaum belebt, nun das äußerst lebendige „Comeback“ mit dem Album „As Days Get Dark“ voller eindringlicher Songs über Sex und Sehnsucht.

6. Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club Ø 3,5

Neuer nostalgischer Vintage-Pop von der Meisterin des Faches: Lana Del Rey mischt diesmal Gospel und Country in ihre leisen Lieder, so dass ihr siebtes Album eines ihrer zurückgenommensten und zärtlichsten geworden ist.

7. Mint Julep –   In A Deep & Dreamless Sleep Ø 3,42

Ätherisch schöner Dreampop aus den USA: Hinter Mint Julep steckt das Musiker- und Ehepaar Hollie und Keith Kenniff, dessen Sound an die schwerelose Schönheit von Shoegaze-Bands wie School Of Seven Bells oder Slowdive, aber auch an die elektronische Kühle von Acts wie Lykke Li oder Chromatics erinnert.

8. The Underground Youth –   The Falling Ø 3,41

Cooler Country-Blues mit Cave- und Cash-Einschlag: Mit einem akustischen Country-Blues zelebriert die Indie-Band dabei eine geradezu monotone Melancholie, die einen aber dennoch befeuert – wie ein guter Whisky eben.

9. Ian Sweet –   Show Me How You Disappear Ø 3,41

Songwriterin Jilian Medford steckt hinter dem Pseudonym Ian Sweet und „Show Me How You Disappear“ ist eine Art Therapie-Album geworden, auf dem sie mit verträumtem Bedroom-Pop ihre Ängste und Depressionen zu verarbeiten versucht.

10. Noga Erez –   Kids Ø 3,35

Die isrealische Electro-Pop-Sängerin Noga Erez reiht auf „Kids“ Hit an Hit: Unter der tanzbaren Oberfläche schlummern brisante gesellschaftliche und politische Themen – cool, catchy und clever.


Die Alben des Monats Februar 2021:

1. Camera – Prosthuman Ø 4,71

Hat diese Band eigentlich schon jemals ein schlechtes Album aufgenommen? Regelmäßig und zuverlässig liefern die Neo-Krautrocker von Camera aufregende Alben ab und erweitern auf ihrem fünften Werk „Prosthuman“ nochmal ihr treibendes schillerndes Klanguniversum um neue Aspekte. Lasst Euch in diese treibenden Synthwirbel und hypnotischen Sounds fallen!

2. Mogwai – As The Love Continues Ø 4,66

Mit ihrem 10. Album schaffen es die schottischen Post-Rocker erstmals auf Platz 1 in den britischen Charts: Mogwai klingt dabei wie Mogwai – längst hat das Quartett seinen unique-Sound perfektioniert und lässt seine Klanglandschaften auf „As The Love Continues“ sich noch breiter als sonst entfalten.

3. Nick Cave & Warren Ellis – Carnage Ø 4,57

Das Album, das vom Himmel fiel… Elegisch elektronisch und psychedelisch pulsierendes Gemeinschaftsalbum von Nick Cave & Warren Ellis: „Carnage“ lädt einmal mehr in die Church of Cave voller hymnisch düsterer Songs.

4. Django Django – Glowing In The Dark Ø 4,11

Perfekter Psychpop: Kaleidoskopisch und kaskadenartig. Auch auf ihrem vierten Album „Glowing In The Dark“ bleiben Django Django spielfreudig und strahlend: Vintage Sounds treffen hier auf krautige Dancebeats.

5. Masha Qrella –  Woanders Ø 4,00

Masha Qrella setzt mit diesem Album dem Schriftsteller, Dramatiker und Regisseur Thomas Brasch, den sie als den „David Bowie der deutschen Lyrik“ bezeichnet, ein musikalisches Denkmal, indem sie dessen Lyric musikalisch kongenial in Indie-Pop, New Wave, Electronica und Postrock übersetzt.

Aktueller Hype und hymnisch besprochen: Das britische Septett überrascht mit eigenwilligem und experimentellem Sound zwischen Jazz, Postpunk, World-Music oder Spoken Word.

7. Slowthai – Tyron Ø 3,87

Zweites Album des wortgewaltigen britischen Rappers, das zwei Gesichter hat: Der erste Part besteht aus harten Tracks, der zweite ist sanft gehalten. Musikalisch bewegt sich Slowthai dabei souverän zwischen Grime, Emo-Hio-Hop und Streetrap.

8. The Weather Station – Ignorance Ø 3,87

Singer-Sonwriterin Tamara Lindeman aka The Weather Station spinnt auf ihrem neuen Album verwobene, versponnene und verträumte Songs zwischen Avantgarde- und Folkpop und erinnert dabei an Fleetwood Mac oder Talk Talk.

9. Tash Sultana –  Terra Firma Ø 3,55

Der Hörer wird hier geradezu hypnotisiert von Gesang und Geschmeidigkeit in den Songs.Tash Sultanas Klangkosmos ist dabei von außerirdischer Schönheit: Genrelosgelöst schwebt der Sound auf „Terra Firma“ zwischen Jazz, Soul, Electronica und Blues dahin.

10. Balthazar – Sand Ø 3,44

Die beste Band Belgiens rollt wieder ihren souligen Indie-Pop-Teppich aus, auf dem man elegant tanzen kann: Mit Disco-Ambiente und Vintage-Synths spielen sich Balthazar hier durch die Pop-Geschichte von Daft Punk bis Alt-J.


Die Alben des Monats Januar 2021:

1. The Notwist – Vertigo Days Ø 5.33

Nach fast 12 Jahren Pause erscheint mit „Vertigo Days“ das sehnsüchtig erwartete neue Album von The Notwist, das fragil und feingliedrig unsere angespannten Nervenbahnen zum Erklingen bringt. Das Album fließt auf zwei Ebenen ausgetüftelt und auch angenehm dahin: Man kann es als Kommentar zum Hier und Jetzt lesen, man kann es aber auch in die Ewigkeit mit einem Raumschiff schießen – es umkreist uns so oder so.https://www.youtube-nocookie.com/embed/N0VElp1EJIc

2. The Avalanches – We Will Always Love You Ø 4.55

Das dritte Album der australischen Electropop-Band The Avalanches bezaubert mit Gaststars wie TrickyBlood OrangeJamie XX oder Karen O.: Kosmischer Sound, in Klänge für die Ewigkeit gegossen. Das Duo aus Melbourne baut mit kleinen Sample-Stückchen Brücken von Song zu Song und vielleicht ja auch irgendwann auch eine Interaktion zu fremdem Leben, das so nicht nur die destruktive Kraft der Menschheit, sondern auch die kreative Vision derselben kennen lernen kann.https://www.youtube-nocookie.com/embed/TvZpn322LxE

3. Arlo Parks – Collapsed In Sunbeams  Ø 4.11

Das Debüt-Album der britischen Sängerin wird schon als Album des Jahres gehandelt: Billie Eilish ist schon Fan der story-seligen Songs der erst 20-Jährigen, die die Gefühlslage der Generation Z musikalisch perfekt zwischen Soul und Folk einfängt.https://www.youtube-nocookie.com/embed/ddjr5KDqYGA

4. Viagra Boys – Welfare Jazz Ø 4.0

Auch das zweite Album der Schweden ist energetisch und exzessiv: Post-Punk, der wütend klingt und einen doch zum Tanzen bringt. Die Viagra Boys sind dabei jedoch Genresprenger und haben sich längst ihre eigene Nische erspielt und erschwitzt.https://www.youtube-nocookie.com/embed/Xfhi_nIk-bI

5. Sleaford Mods – Spare Ribs Ø 3,77

Reduzierter Electrop-Pop mit rotzigem Rap aus Nottingham: Das Duo Sleaford Mods ist in seinem 14. Bandjahr politischer und punktrotziger denn je. Ein Album wie eine Abrechnung: Wütend, fluchend und radikal. Ein Album zur Zeit und gleichzeitig ein Höhepunkt im Schaffen der motzigen Mods.https://www.youtube-nocookie.com/embed/39HmCqHZOMU

6. Still Corners – The Last Exit Ø 3,71

Das fünfte Album des amerikanisch-britischen Duos Still Corners ist von zeitloser Schönheit und schwebt zwischen Psychedelischem Pop und Desert-Noir-Sound dahin. Für Fans von  ChromaticsMazzy Star oder Beach House ein weiterer Dreampop-Schatz.https://www.youtube-nocookie.com/embed/lk8ZJ_rwI1A

7. Shame – Drunk Tank Pink Ø 3,5

Und noch einmal gehörige Wut aus Großbritannien und britische Brexit-Wut in Punksongs gegossen: Shame wurden vor drei Jahren vom „Guardian“ zur „Britain’s most exciting new band“ gekürt und mit dem Album „Drunk Tank Pink“ schwappt ihre Energie nun auch nach Deutschland.https://www.youtube-nocookie.com/embed/LcE3rsUw3AE

8. Steven Wilson – The Future Bites Ø 3,25

Das neue Album des britischen Musikers und Produzenten Steven Wilson, der vor allem als Frontmann der Band Porcupine Tree bekannt wurde, schreibt sich auch so: THE FUTURE BITES™ und es befasst sich mit zwei wiederkehrenden Themen – Identität und Technologie. Die Musik bewegt sich ziwschen Neo-Disco und Rock-Elementen und entwickelt die elektronischen Spielerein aus Wilsons früheren Arbeiten weiter.https://www.youtube-nocookie.com/embed/O_H0NO-Cyew

9. Paul McCartney – McCartney III Ø 3,25

Das 19. Soloalbum des Ex-Beatles ist die  Fortsetzung der Alben McCartney (1970) und McCartney II (1980). Die Trilogie hat Paul McCartney im Lockdown vollendet und alles selbst komponiert, produziert und weitgehend eingespielt. Das Ergebnis erinnert ein wenig an die Spätwerke eines Johnny Cash, mit einem 78-jährigen, dessen Stimme auch hörbar gealtert, aber auch gereift ist.https://www.youtube-nocookie.com/embed/2oSmP3GtOBk

10. Taylor Swift – Evermore  Ø 3,5

Und noch einmal Lockdown und noch einmal Taylor Swift, denn der Superstar hat nach „Folklore“ ein zweites eskapistisches Album voller kleiner Songwriter-Perlen veröffentlicht, die ineinandergreifende Kurzgeschichten sind. Highlight ist der Track „Coney Island“, der mit der gesamten Band The National entstand.https://www.youtube-nocookie.com/embed/c_p_TBaHvos

Die Tonspion Jury

Astrid Clave wurde im Kölner Kompakt-Umfeld sozialisiert, bevor sie in London Drehbuch studierte. Heute schreibt sie über die elektronische Musikszene für Tonspion und Drehbücher für Roadtest Pictures und Constantin MOOVIE, mit Projekten die auch bei Netflix in der Pipeline sind.

Christoph Braun schreibt als freier Autor bereits seit 1996 Texte zu Musik und Popkultur, unter anderem auch für Tonspion. Aktuell arbeitet er außerdem an seinem ersten Roman und in einer Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen.

Christoph Prenner arbeitete nach einem Gastspiel in der Tonspion Redaktion als Chefredakteur mehrerer Magazine in Österreich. Er ist Teil des Film/Serien-Podcasts Screen Lights und des Electro-Pop-Duos Pola-Riot.

Florian Schneider war knapp 10 Jahre die musikalische Allzweckwaffe bei Tonspion bevor er ablösefrei zum Visions Magazin nach Dortmund wechselte. 

Kerstin Kratochwill ist promovierte Germanistin, arbeitet als Lektorin sowie Texterin und schreibt für so gut wie alle Musikmagazine, die es gibt.

Nicole Ankelmann schreibt als freie Autorin für mehrere Musikmagazine und verdient sich ihre Brötchen als Nachrichtenredakteurin und Drehbuchautorin. Seit einiger Zeit ist ihre Stimme auch im Tonspion Podcast zu hören.

Satoru Teshima ist Autor, Musiker (Elleh), Blogger (Lights and Music) und Japanisch-Übersetzer und lebt in Berlin.

Sebastian Cleeman ist Gelegenheitsautor, Ghostwriter, Mitleser, Ex-Tonspionpraktikant, Anfänger for life, macht Musik als Petula und Trommelgeräusche bei Clickclickdecker.

Udo Raaf ist Tonspion-Gründer und Online-Marketing-Spezialist und verbindet im Tonspion seit 1999 beide Leidenschaften.


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Tonspion Redaktion

Tonspion berichtet seit 1999 über Musik und Digitales und war damit der erste Musikblog weltweit.